[Rezension] Heartstopper Vol. 1 | Alice Oseman

Titel:Heartstopper Volume 1 – Boy trifft Boy
Autorin:Alice Oseman
Illustratorin:Alice Oseman
Übersetzerin:Vanessa Walder
Format:Hardcover
Preis:15,00 €
Seitenzahl:288 Seiten
Verlag:Löwe Graphix
ISBN:978-3-7432-0936-7
Bewertung:5 Sterne

Rezensionsexemplar

Inhalt

Für die Schule ist es mittlerweile nichts besonderes mehr, dass Charlie schwul ist. Der Star der Rugbymannschaft, Nick, ist im Gegensatz zu Charlie so straight wie eine Goalline. Zumindest denkt Charlie das. Bis die beiden eine intensive Freundschaft entwickeln und für Charlie schnell klar wird: er hat sich in Nick verliebt. Dieser braucht jedoch ein bisschen länger, um sich klar zu werden.. findet er Jungen genauso heiß wie Mädchen?


Die Anfrage, ob ich gerne „Heartstopper“ von Alice Oseman lesen würde, habe ich sofort bestätigt. Von dieser Graphic Novel Reihe habe ich schon so vieles gehört und das ausschließlich Gutes. Alice Oseman ist mir keine Unbekannte, denn ich habe damals ihr Jugendbuch Debüt „Solitaire“ direkt nach Erscheinen gelesen. Heartstopper hat mich sofort interessiert, weil ich zu meiner eigenen Schande nur selten Geschichten lese, die mit Homosexuellen Paaren zu tun haben. Diese Chance möchte ich nicht ungenutzt lassen und gleichzeitig auch die deutsche Ausgabe ins Gedächtnis rufen.

Die Geschichte von Charlie und Nick hat mich sofort begeistert. Sie ist nicht aufgebauscht, sondern leise, ruhig, einfach. Irgendwie genau so, wie es vermutlich uns allen als Teenagern mal so ähnlich gegangen ist. Diese wunderbare Zeit, in der man sich kennenlernt und diese Schmetterlinge im Bauch erwachen. Wie aufgeregt und unsicher man ist, ob das Gegenüber auch so fühlt. Diese zarten Bande, die man nicht durchbrechen möchte, um diese Gefühle zu schützen und den Kontakt nicht zu verlieren, sollte die andere Person nicht so empfinden. Ich habe mich einfach so wohl gefühlt.

Eigentlich folgen wir in dieser Geschichte zwei Protagonisten, dennoch steht in diesem Teil ganz klar Charlie im Vordergrund. Er hat sich bereits vor längerer Zeit geoutet und fühlt sich als schwuler junger Mann wohl. Seine Sexualität ist ihm bewusst und er lebt sie aus, ganz egal was die anderen dazu sagen. Ich mochte diese Tatsache, dass er bereits gefestigt ist, in dem, was er ist und wie er ist. Er rechtfertigt sich nicht, sondern ist glücklich wie er ist, was auch absolut richtig und gut ist. Nick hingegen findet seinen Weg erst noch aber das rückt nicht so sehr in den Mittelpunkt, was mir gefallen hat.
Im Verlauf der Graphic Novel lernt man die beiden immer näher kennen. Was treibt sie um? Wie lernen sie sich kennen? Welche Hobbys haben sie und was verbindet die beiden? Es ist ein leises und ruhiges herantasten an die Charaktere, was mich sehr mit ihnen verbunden hat.

Alice Oseman nutzt diese Geschichte aber nicht nur, um Repräsentation stattfinden zu lassen, sondern auch um zwei wichtige Themen umsichtig darzustellen. Zum einen geht es um sexuelle Belästigung, die Charlie durchleben muss. Diese wird nicht ausgeschmückt, aber dennoch als das dargestellt, was sie ist. Die Situation, die er erlebt, wird zwar mit Nicks Hilfe aufgelöst, aber keineswegs in eine romantische Ecke geschoben. Es wird klar, dass diese Szene unschön und schrecklich war und definitiv nichts ist, das man jemandem antut.
Auch Mobbing wird ein Thema, da sich Charlie diesem ebenfalls stellen musste, nachdem er sich geoutet hat. Er ist an dieser Situation gewachsen, dennoch wird es nicht heruntergespielt und abgetan. Ich mag es sehr, wie Oseman auch diese Thematik aufgreift und dafür sensibilisieren möchte. Nur, weil ein Kind oder Jugendliche*r aus der „Norm“ ausbricht, heißt es noch lange nicht, dass diese Person kein wertvoller Mensch ist. Wir alle sind gleichwertig und sollten auch so leben. Unabhängig von unserem sozialen Status, unserer Sexualität oder unserer Herkunft.

Die Handlung an sich ist ruhig, romantisch, zum Wohlfühlen und fühlt sich einfach authentisch an. Ich habe Charlie und Nick alles geglaubt, was sie mir erzählt haben und habe den Comic wirklich in vollen Zügen genossen. Ich habe mir die Zeit genommen, die hübschen Zeichnungen von Oseman anzusehen und fand jede einzelne einfach passend gewählt. Auch wenn der Zeichenstil nicht ausgeschmückt ist, so passt er in seiner Schlichtheit einfach perfekt zur Geschichte.

Fazit

„Heartstopper“ hat mein Herz wirklich berührt. Die zarte und authentische Liebesgeschichte zwischen Charlie und Nick hat mich zum Träumen gebraucht. Ich habe mich in der Handlung sehr wohl gefühlt, die Charaktere in mein Herz geschlossen und liebe es, wie die Autorin sich den wichtigen Themen im Comic gewidmet hat. Ich kann es kaum erwarten den nächsten Teil zu lesen und freue mich schon richtig darauf. Wenn ihr gerne Bücher im LGBTQIA+ Bereich lest, dann greift zu dieser Geschichte. Sie ist behutsam, vorsichtig aber auch liebevoll und macht einfach glücklich. Klare Empfehlung!

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