[Rezension] Verbrechen von Nebenan | Philipp Fleiter

Titel:Verbrechen von Nebenan – Die spektakulärsten True-Crime-Fälle aus dem Nr.1-Podcast
Autor:Philipp Fleiter
Format:Klappbroschur
Preis:14,00 €
Seitenzahl:368 Seiten
Verlag:Goldmann
ISBN:978-3-442-14275-0
Bewertung:3 Sterne

Werbung, Rezensionsexemplar

Inhalt

Schon seit Jahren berichtet der Radiojournalist Philipp Fleiter mit seinem Podcast „Verbrechen von Nebenan“ über Verbrechen und ihre Hintergründe. Dabei spricht er entweder alleine über spannende Kriminalfälle im deutschsprachigen Raum oder lädt sich verschiedene Gäste ein. Der Podcast besticht mit gründlichen Recherchen, Fleiters ruhiger Stimme und eben den spektakulären Fällen, denen er sich widmet. Mit diesem Buch erscheinen seine spannendsten Folgen nun auch in schriftlicher Form, doch nicht nur das: zehn neue, noch unbesprochene Fälle werden behandelt, inklusive zahlreicher Interviews, die erstmals in diesem Buch veröffentlicht sind.
Philipp Fleiter erzählt in gewohnter Manier, wo das Verbrechen zu Hause ist: in der Nachbarschaft.


Ich bin begeisterte Thriller-Leserin, liebe Kriminalfälle und seit Jahren verfolge ich zahlreiche True-Crime-Podcasts. So natürlich auch „Verbrechen von Nebenan“. Philipp Fleiter erzählt ruhig, strukturiert und sehr gut recherchiert die unterschiedlichsten Fälle aus dem deutschsprachigen Raum. Ich habe mich immer sehr gut unterhalten gefühlt und höre sehr gerne bei ihm rein. Da war es für mich keine Frage, dass ich auch sein erstes Buch lesen möchte. Ich war unglaublich gespannt auf die neuen Fälle, die er für uns True-Crime-Fans vorbereitet hat, muss im Nachhinein jetzt jedoch zugeben, dass das Buch kein Highlight war.

Wie bereits erwähnt: ich bin True-Crime-Fan. Wahre Verbrechen haben schon immer eine Faszination auf mich ausgeübt und so habe ich schon sehr lange die Stern-Crime abonniert, schaue mir unfassbar gerne Dokumentationen zu wahren Verbrechen an, lese Bücher darüber und höre seit einigen Jahren auch True-Crime-Podcasts. „Verbrechen von Nebenan“ ist mir dadurch ins Auge gestochen und ich war sofort begeistert. Philipp erzählt spannend, authentisch aber auch sehr reflektiert, sachlich und mit dem nötigen Respekt. Zu jeder Zeit fühlte ich mich gut informiert und hatte immer Freude am Hören.
Das angekündigte Buch hat also auch mein Interesse geweckt, schließlich muss Philipp seine eingesprochenen Fälle auch zu Papier bringen und so ist ein Buch doch eine tolle Lösung für diejenigen, die sich für True-Crime interessieren, aber mit Podcasts eher weniger anfangen können. Dennoch wurde ich als treue Hörerin auch damit gelockt, dass zehn neue Fälle aufbereitet wurden und ich somit auch etwas Neues mitbekomme.

Leider und das ist ein großes leider, war dies für mich nicht wirklich der Fall. Als ich das Buch zugeschlagen habe, war die Ernüchterung wirklich groß, denn etwas Neues hat mir das Buch leider nicht gegeben. Wer den Podcast kennt, weiß welche Fälle vom Buch, bereits besprochen wurden. Wer einen oder zwei weitere deutschsprachige Podcasts kennt, der kennt auch die übrigen Fälle aus dem Buch.
Auch wenn Philipps Art zu schreiben mir sehr gefallen hat und ich gerne in dem Buch gelesen habe, so hat es mich stellenweise einfach nicht packen können, da ich alle Fälle aus dem Buch schon kannte und nach wenigen Zeilen wusste, worum es geht und wie alles enden wird. Es gab nichts Neues oder Innovatives zu entdecken, denn mir waren die Details bekannt. Entweder aus den Zeitschriften, die ich gelesen habe, durch andere Podcasts oder Dokumentationen. Wer also bereits eingefleischter True-Crime-Fan ist und bekannte deutschsprachige Fälle bereits kennt, braucht im Prinzip nicht zu diesem Buch greifen, denn (einmal von den kurzen Interviews abgesehen) es bietet einem nichts Neues, denn Fälle wie „Der Kreuzworträtsel-Mord“, „Harry Wörz“, „Tod einer Lehrerin“ oder „Pumpgun-Ronnie“ sind dann doch bereits mehrfach besprochen worden.

Für diejenigen, die sich aber zuvor mit wahren Verbrechen noch nicht auseinandergesetzt haben und es einmal damit versuchen möchten, die können mit „Verbrechen von Nebenan“ sicher sehr viel erleben. Die Fälle sind sehr gut recherchiert und wirklich toll erzählt. Man kann als Podcast-Hörer*in Fleiters Stimme nahezu durch die geschriebenen Wörter hindurch hören. Alles bleibt auf einer sachlichen Ebene und dennoch ist es nicht zu langweilig oder gar langatmig.
Das Buch ist sinnvoll strukturiert, die Fälle auch mit Karten und Bildern untermalt. Die kurzen Überschriften, die einzelne Abschnitte markieren, fand ich wirklich gut gewählt und haben, meiner Meinung nach, die Fälle auch etwas aufgewertet. Es ist deutlich zu spüren, wie viel Herzblut zwischen den Zeilen stecken und dass sich genau überlegt wurde, wie man was erzählen möchte.
Das Buch kann sehr gut Häppchenweise gelesen werden, wenn einem die ganzen Verbrechen doch ein wenig aufs Gemüt schlagen.

Wer sich dann außerhalb des Buches noch informieren möchte, kann sich durch den ausführlichen Anhang sämtliche Quellen Fleiters näher anschauen. Solche Auflistungen finde ich immer spannend, wenn ich selbst einmal etwas nachlesen möchte, weil mich ein Fall besonders interessiert oder packt. Es lohnt sich also durchaus einen Blick in diese, nach Fällen sortierte, Liste zu werfen.

Fazit

Für eingefleischte True-Crime-Fans bietet dieses Buch wenig bis gar nichts Neues. Wer also tatsächlich nach unbekannten Fällen im deutschsprachigen Raum sucht, wird bei diesem Buch leider nicht fündig. Wer sich aber zum ersten Mal oder erst ganz frisch mit wahren Verbrechen auseinandersetzt, der ist mit „Verbrechen von Nebenan“ sehr gut bedient. Die Fälle sind kurz und knackig dargestellt, sehr sachlich beschrieben und gut recherchiert. Man bekommt einen tollen Überblick über sehr bekannte Kriminalfälle und auch Anstöße, um selbst weiter darüber zu lesen. Für mich war das Buch eher kein Erfolg aber für euch vielleicht ein guter Tipp!

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