[Rezension] Mit dir für alle Zeit | Lisa Grunwald

Mit dir für alle Zeit

Titel: Mit dir für alle Zeit – Time after Time
Autorin: Lisa Grunwald
Übersetzerin: Elfriede Peschel
Format: Klappbroschur
Preis: 15,00 €
Seitenzahl: 510 Seiten
Verlag: Harper Collins
ISBN: 978-3-95967-402-7
Bewertung: 3 Sterne

Rezensionsexemplar

Inhalt

Weichenmechaniker Joe geht am 5. Dezember 1937 durch die Grand Central Station und sein Blick wird wie magisch von einer jungen, hübschen und sehr seltsam gekleideten Frau angezogen: Nora, die etwas verloren unter der berühmten goldenen Uhr steht. Nach einem wundervollen Abend verschwindet sie jedoch spurlos und als Joe versucht, sie zu erreichen, eklärt ihm ein Mann, dass er Nora nicht sprechen könne: sie sei vor zwölf Jahren bei einem Zugunglück ums Leben gekommen. Trotzdem kann Joe sich nicht von Nora lösen und dann, am 5. Dezember 1938 steht sie plötzlich wieder vor ihm, unter der goldenen Uhr der Grand Central Station. Dort starb sie und dorthin kehrt sie regelmäßig am Tag ihres Todes zurück. Die Liebe zwischen Joe und Nora scheint keine Chance zu haben und doch wartet der junge Mann Jahr für Jahr auf seine große Liebe. Gemeinsam versuchen sie einen Weg zu finden, das Unmögliche zu schaffen: dass Nora bei Joe bleiben kann…


Als die Anfrage zu diesem Buch in meinem Postfach gelandet ist, habe ich nicht lange gezögert. Ich lese zwar nicht mehr so oft Liebesromane aber mit historischem Setting und einem Hauch Magie? Da bin ich dann doch wieder mit von der Partie.
Im Urlaub hatte ich dann endlich Zeit dieses Schätzchen zu lesen und meine Erwartungen waren recht hoch. Leider konnte die Geschichte aber nicht halten, was ich mir davon versprochen habe.

Gleich im ersten Kapitel wird die Begegnung zwischen Nora und Joe geschildert. Die Erzählweise ist toll gewählt, denn sie wechselt immer mal wieder zwischen den beiden Protagonisten. Joe und Nora könnten nicht unterschiedlicher sein. Während Joe sehr pflichtbewusst, bedacht, ruhig und eine klare Vorstellung davon hat, wie sein Leben aussehen soll, ist Nora unglaublich freiheitsliebend, künstlerisch, unkonventionell und sie zieht es nahezu hinaus in die Welt. Sie ist nach ihrem Collegeabschluss nach Paris gegangen, hat sich dort ganz der Kunst gewidmet und musste wegen ihrer Familie zurück nach New York. Doch dort ereignete sich ein schreckliches Zugunglück und so verlor sie mit 23 Jahren ihr Leben. Doch irgendetwas scheint bei ihrem Tod passiert sein, denn sie taucht an ihrem Todestag immer wieder unter der großen Uhr in der Grand Central Station auf. Dort trifft sie auf Joe und für sie beide ist es wie Liebe auf den ersten Blick. Sie ziehen sich an, in ihrer Andersartigkeit, in ihrer Unterschiedlichkeit und in dem, was sie auf grausame Weise trennt: die Schwelle zwischen Leben und Tod.
Joe hat sich recht schnell an den Gedanken gewöhnt, dass Nora eigentlich längst tot sein sollte. Kaum hat er davon erfahren, will er herausfinden, wie er eine richtige Beziehung zu dieser besonderen jungen Frau führen kann. Er ist nicht bereit, Nora nur ein Mal im Jahr sehen zu können, er möchte sie für immer bei sich haben, koste es was es wolle. Doch dieser Weg scheint sehr steinig und schwer zu sein.
Jahr für Jahr wartet Joe darauf, dass Nora erscheint und er sie in seine Arme nehmen kann. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden wie sie erscheint, wieso sie erscheint und vor allem, wie sie bleiben kann. Und genau auf diese Reise werden wir als Leser*innen mitgenommen. Doch das ist nicht alles, denn die Beziehung wird auch von anderen Schicksalsschlägen geprägt, denn als sich Joe und Nora kennen lernen ist das Jahr 1937. Mit schnellen Schritten kommt der 2. Weltkrieg auch auf Amerika zu und diese Entwicklung bringt auch die Beziehung zwischen den beiden Liebenden gehörig durcheinander.

Kaum haben sie herausgefunden, wie Nora möglicherweise länger bleiben kann als nur einen Tag, schlägt der Krieg erbarmungslos zu und Joe muss sich um seine Familie kümmern. Er als Weichenmechaniker wird als unverzichtbare Arbeitskraft eingestuft und muss sich somit nicht als Soldat verpflichten. Sein Bruder ist Polizist und eigentlich ebenfalls eine unverzichtbare Arbeitskraft. Dennoch meldet sich Finn freiwillig, mogelt sich durch die Musterung und wird schließlich verpflichtet. Er lässt seine Frau und zwei Kinder zurück, für die sich Joe nun verantwortlich fühlt.
Nora selbst ist ebenfalls unglücklich mit der Situation. Sie kann Joe nicht helfen, ihn nicht unterstützen, denn ihre besondere Art des Lebens verbietet ihr dies. Dennoch schafft sie es, sich zu beschäftigen und ihren Beitrag zu leisten.

Ich mochte es sehr wie Lisa Grunwald die historischen Ereignisse in die Beziehungen der Protagonisten eingebaut hat und es hat die Tragik dieser Liebesgeschichte nur noch einmal deutlicher herausgestellt. Eine solche Liebe scheint direkt zum Scheitern verurteilt zu sein und doch schaffen es Joe und Nora immer und immer wieder sich zurück zu kämpfen und an ihrer so großen Liebe fest zu halten. Im Grunde hat es mir Spaß gemacht ihnen zu folgen, ihre Liebe wachsen zu sehen, die Höhen und Tiefen mit zu erleben. Doch die Handlung an sich hat mir einfach zu wenig gegeben. Ich konnte mir teilweise nicht so richtig vorstellen, wie das Leben der beiden wirklich ausgesehen hat. Und vor allem, wie es wirklich funktionieren sollte. Es hat manchmal so gewirkt, als würden die beiden in einer Blase leben und alles andere ausblenden aber gleichzeitig können sie die Welt nicht einfach ausblenden. Ich kann nicht so richtig beschreiben woran ich mich gestört habe, aber die Handlung kam teilweise einfach nicht voran. Ich habe mir etwas anderes vorgestellt, hatte gedacht, dass der Fokus mehr auf der Beziehung der beiden liegt und dass sie sich darauf fokussieren würden eine Lösung für ihre Situation zu finden. Doch ab der Hälfte war das irgendwie nur noch wenig Thema. Es gab zwar immer mal wieder einige Streitpunkte diesbezüglich aber trotzdem hatte dieser magische Anteil so gar nicht diese Magie, wie ich sie mir vorgestellt und auch gewünscht habe. Letztlich denke ich, dass gerade das historische Setting, welches mir eigentlich doch gefällt, hier der Fehler war. Zumindest die Zeit, zu der die Handlung dieser Liebesgeschichte spielt, war in diesem Fall nicht unbedingt passend. So wurde der Fokus eben auf das Zeitgeschehen des 2. Weltkriegs verschoben und ein Großteil der Handlung hing eben genau mit den Ereignissen des Weltkrieges zusammen. Das hat, für mich, der Geschichte an sich, nicht unbedingt gut getan.

Leider war das Ende so ganz und gar nicht das was ich erwartet habe und hat mich deshalb eher enttäuscht. Ich hätte mir einen anderen Ausgang gewünscht oder besser gesagt etwas, das mich irgendwie mehr zufrieden stellt. So war es zum Ende hin, in meinen Augen, unnötig dramatisch. Ich hätte mir dahingehend einfach mehr Magie gewünscht oder eine andere Art der Lösung. Ich kann leider nicht konkreter werden, weil das ein Spoiler wäre. Aber ich bin mit dem Ende überhaupt nicht zufrieden.

Fazit

Die Geschichte ist wirklich gut geschrieben, eine tolle Idee mit schönem Setting. Aber leider fand ich, dass sie in der Mitte irgendwie ihren Fokus verloren hat und sich auf andere Dinge konzentrierte, die mich zwar auch interessiert, aber nicht so in ihren Bann ziehen konnten. Die Charaktere sind sehr toll dargestellt, vor allem an ihrer Unterschiedlichkeit hatte ich meine Freude und ich muss sagen, dass vermutlich das historische Setting das war, was mich letzten Endes gestört hat, weil so eben der Fokus weg von der Liebesgeschichte und ihrer Dramatik, hin zum Geschehen des Weltkrieges verschoben wurde. Für zwischendurch ist die Geschichte aber sehr schön zu lesen.

Ein Gedanke zu “[Rezension] Mit dir für alle Zeit | Lisa Grunwald

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.