Immer wenn du tötest | B.C. Schiller

 

Immer wenn du tötest

Titel: Immer wenn du tötest – Ein Fall für Targa Hendricks
Autor: B.C. Schiller
Format: Taschenbuch
Preis: 10,00 €
Seitenzahl: 380 Seiten
Verlag: Penguin
ISBN: 978-3-328-10163-5
Bewertung: 4 Sterne

Inhalt

Die Berliner Polizei findet in einem Schlachthaus drei ausgeblutete Menschen, die bizarr in Szene gesetzt sind. Schnell kommt der Verdacht auf die exzentrische Künstlerin Freya von Rittberg, denn sie malt mit dem Blut ihrer Fans Gemälde. Doch nicht nur das, sie veranstaltet auch lebensgefährliche Mut-Challenges. Doch man kann der Künstlerin nichts nachweisen, denn irgendjemand scheint sie zu beschützen.
Das BKA sieht keine andere Möglichkeit als Targa Hendricks Undercover in die Nähe der Künstlerin zu schleusen. Die Ermittlerin soll als Freyas Bodyguard arbeiten, um Beweise gegen sie zu sammeln und sie zu überführen. Doch so einfach, wie es zunächst scheint, ist dieser Fall nicht zu lösen, denn Freya ist schwerer zu knacken, als Targa angenommen hat..


Ich habe bereits den ersten Roman um die Ermittlerin Targa Hendricks gelesen und mich deshalb sehr gefreut, als der Penguin Verlag mir auch den zweiten Teil angeboten hat. An dieser Stelle herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar!

Targa ist bereits im ersten Teil eine sehr interessante Protagonistin. Sie weist autistische Züge auf, hat Zwangsstörungen, einen Hang zur Gewalt und lässt keine Gefühle zu. Sie lässt sich nur von rationalen Gedanken leiten und begreift die Welt genau so wie sie ist. Dieses Mal bin ich nicht so gut mit ihr zurecht gekommen, wie im ersten Teil. Sie stand nicht so sehr im Fokus und ich konnte ihre Handlungen gar nicht mehr nachvollziehen. Es ist alles wie bei einem Roboter abgelaufen. Targa erkennt, was passiert und reagiert darauf. Das wars auch schon. Sie hadert nicht mit sich, sie denkt kaum mehr über ihr eigenes Verhalten nach. Sie liest lediglich ein Buch über zwischenmenschliche Kommunikation und lernt dadurch einen jungen Mann kennen. Doch weder er noch ihr selbstgewähltes Training spielen für die Entwicklung der Geschichte, und auch die Entwicklung von Targa, überhaupt keine Rolle. Das alles spielt überhaupt keine Rolle, denn Targa verändert sich nicht. Sie befolgt die Anweisungen des Buches und das wars. Sie entwickelt sich nicht weiter, weil sie überhaupt nicht versteht, um was es bei Kontakt mit anderen Menschen geht. Und sie will das alles auch überhaupt nicht. Sie möchte nicht aus ihren geordneten Bahnen ausbrechen, sondern für sich sein und mit ihrem VW Bus durch die Gegend fahren und sich um Hund kümmern. Das wars. In diesem Buch konnte ich sie einfach nicht greifen und hatte große Probleme damit ihr überhaupt zu folgen. Es gibt zwei Stellen im Buch als Targa Entscheidungen treffen muss, die die Entwicklung des Falles verändern könnten. Eine dieser Stellen wird im nächsten Kapitel aufgelöst. Die zweite wird nie richtig aufgelöst. Es wird nicht geklärt was Targa schließlich nach Ende dieses Kapitels getan hat, das Thema kommt anders wieder auf, ohne dass letztlich ans Licht kommt, wie sie reagiert hat. Es war für mich einfach nicht zufriedenstellend. Gleichzeitig hat sie mein Interesse an ihrer Person nicht halten können, weil die anderen Erzählstränge sehr viel spannender waren.

Vor allem Freya von Rittberg hat mein Interesse geweckt. Diese Künstlerin ist mehr als nur exzentrisch. Sie ist voller grauenvoller Mordfantasien, kranken Ideen und geprägt von ihrer schrecklichen Vergangenheit. Gequält von den Gedanken unrein zu sein und Vergebung zu brauchen muss sie Mut-Challenges veranstalten und schließlich auch Morde begehen, um Inspiration zu erlangen und Bilder malen zu können. Die Beschreibungen von B.C. Schiller wie Freya zu dem Blut gelangt, welches sie für ihre Bilder nutzt, haben mir teilweise einen flauen Magen beschert. Sehr anschaulich beschreiben sie, wie sie die jungen Menschen verletzt. Freya ist ein Charakter, den man nur sehr schwer einschätzen kann, sie ist geleitet von den Erlebnissen aus ihrer Kindheit und je näher sie dem Abschluss ihrer Suche nach Vergebung kommt, desto stärker geht der Wahnsinn mit ihr durch. Allerdings gelingt es ihr sehr geschickt die Morde, die sie begeht, als Unfälle darzustellen. Man kann ihr einfach überhaupt nichts nachweisen und ohne Beweise kann auch Targa sie nicht festnageln, obwohl sie sich sicher ist, dass Freya die Killerin ist.

Es hat mir erneut viel Spaß gemacht auch in den Kopf des Mörders blicken zu können und von Anfang an zu wissen wer der Täter ist. Auch wenn mir das Rätselraten um den Killer immer Spaß macht, so ist es auch spannend mitzuerleben, wie die Ermittler auf die richtige Spur gelangen und versuchen den Mörder zu überführen. Der Fall an sich war teilweise doch etwas ekelerregend, hat mir aber ganz gut gefallen.
Der Twist im Buch war für mich keine große Überraschung, in diese Richtung sind meine Gedanken bereits gegangen. Daher hat für mich der letzte Funke an Überzeugung noch gefehlt.

Fazit

Das Buch war alles in allem wirklich sehr intensiv und spannend. Obwohl ich recht schnell herausfinden konnte wie die Erzählstränge zusammengehören konnte mich der Thriller wunderbar unterhalten. Vor allem der Wahnsinn der Killerin hat mich fasziniert und mir einige Gänsehautmomente beschert. Allerdings fand ich die Nebenhandlung rund um Targa nicht so interessant und auch der Cliffhanger am Ende erschien mir eher gezwungen als wirklich notwendig. Trotzdem eine Empfehlung für Thriller Fans.

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