Das Joshua-Profil | Sebastian Fitzek

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Titel: Das Joshua-Profil
Autor: Sebastian Fitzek
Format: Taschenbuch
Preis: 10,90 €
Seitenzahl: 430 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-17501-7
Bewertung 3-Sterne

Inhalt

Max Rhode ist ein recht erfolgloser Autor. An seinen Erfolg nach „Die Blutschule“ konnte er nicht anschließen und gerät langsam in Vergessenheit. Er lebt mit seiner Frau und der Pflegetochter in Berlin und hat sich noch nie etwas zuschulden kommen lassen. Doch nach einem mysteriösen Anruf scheint sich dies zu ändern. Max ist vielleicht doch im Begriff etwas unverzeihliches zu tun. Jedenfalls ist Joshua fest davon überzeugt und niemand kann sich dem Urteil von Joshua nicht entziehen.


Das Buch habe ich mir Ende 2016 gekauft und es war nun wirklich lange auf meinem SuB. Als ich erfahren habe, dass ein dazugehöriger Film Ende März im Fernsehen laufen würde, wollte ich das Buch unbedingt lesen, um den Film sehen zu können. Da ich im März sowieso viel Lust auf Thriller hatte, habe ich nicht lange gezögert und „Das Joshua Profil“ angefangen.

Die Geschichte beginnt recht spannend und es hat sich direkt diese Sogkraft eingestellt, die ich immer verspüre, wenn ich einen Fitzek in der Hand halte. Ich konnte und wollte dieses Buch nicht zur Seite legen. Doch ich habe schon recht früh bemerkt, dieses Buch ist anders als die anderen Bücher von ihm. Ich mag die Art wie Fitzek die Psyche eines Menschen darstellen kann und wie er den Leser komplett im Dunkeln lässt. Es ist dann immer als würde man in einem dunklen Raum stehen und nur ab und zu wird das Licht kurz angemacht. Im Joshua Profil war die ganze Atmosphäre einfach anders. Ich habe zwar im Dunkeln getappt was es mit der gesamten Handlung auf sich hat, doch es war mir alles etwas zu viel. Zu viel Action, zu viel Verschwörung, zu viel Irritationen.

Max Rohde ist ein scheinbar liebevoller und freundlicher Vater und Ehemann. Er liebt seine Pflegetochter und versucht irgendwie seine nur noch halbwegs intakte Ehe zu retten. Hinter ihm hätte man definitiv keinen Straftäter vermutet und doch ergreift er plötzlich die Flucht, als das Jugendamt vor der Tür steht. Damit löst er eine Kettenreaktion aus, mit deren Auswirkungen er niemals gerechnet hätte und Max merkt im Laufe der Geschichte immer deutlicher, wie wenig er sein eigenes Leben in der Hand hat. Er blieb für mich jedoch nur sehr bedingt greifbar. Ich konnte viele seiner Entscheidungen und Handlungen nur schwer nachvollziehen und mich deshalb auch gar nicht richtig in ihn hineinversetzen. In unzähligen Situationen hätte ich anders gehandelt und irgendwie auch erwartet, dass er anders handeln würde. Es hat vieles für mich einfach nicht richtig zusammen gepasst.

Auch Jola, seine zehnjährige Tochter, hat auf mich nicht authentisch gewirkt. Ihr stoßen unzählige traumatisierende Dinge zu und sie reagiert kaum darauf. Sie wirkt keineswegs verstört durch all das, was sie im Verlauf des Buches durchmachen muss. In den unterschiedlichsten Situationen reagiert sie, in meinen Augen, weniger wie eine zehnjährige, sondern eher wie eine erwachsene Frau, die schon etliche solcher Situationen durchleben musste. Es fiel mir unglaublich schwer mir Jola als Kind vorzustellen und deshalb habe ich die Glaubwürdigkeit des ganzen Buches in Frage gestellt.

Es ist zwar trotzdem spannend gewesen das Buch zu lesen und ich hatte auch wieder das Gefühl, das Buch nur schwer zur Seite legen zu können. Dennoch hat es mir einfach gefehlt, dass es kein Psychothriller war. Es war mehr ein Actionthriller, mit viel Energie, teilweise sehr vulgärer Sprache und einem Ende mit dem man nicht unbedingt rechnet. So etwas funktioniert bei mir eher als Film und nicht so sehr als Buch (auch wenn ich an dieser Stelle anmerken möchte, dass mir der gleichnamige Film überhaupt nicht gefallen hat, weil eigentlich nichts außer die grobe Rahmenhandlung übernommen wurde). Durch die Ausschnitte aus „Die Blutschule“, welches Max Rhode geschrieben hat, wurde die Handlung immer wieder aufgelockert und das Interesse an dieser Geschichte ist bei mir sehr gestiegen. Zur eigentlichen Handlung haben diese Ausschnitte jedoch nur bedingt beigetragen und ich bin eigentlich sicher, dass das Buch auch gut funktioniert hätte, wenn das alles gar nicht thematisiert worden wäre.

Etwas, das mich aber sehr begeistert hat, war das Nachwort zu diesem Buch. Es gehört vielleicht nicht direkt zur Geschichte dazu aber irgendwie eben doch. Ich kann nicht mehr dazu sagen, weil das eigentlich die ganze Geschichte spoilern würde aber das Nachwort hat mich sehr berührt und ich finde es toll, dass Sebastian Fitzek von seiner Stimme gebrauch macht.

Fazit

Das Joshua Profil bleibt hinter den anderen Thrillern die ich von Fitzek bereits gelesen habe zurück. Es war zwar ebenso fesselnd aber für mich einfach völlig überladen, übertrieben, nicht authentisch und auch nicht auf ein Thema fokussiert. Weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen und hätte der Geschichte wirklich gut getan. Trotzdem habe ich die Geschichte in kürzester Zeit durchgelesen, was eindeutig für den tollen und fesselnden Schreibstil von Sebastian Fitzek spricht. Er weiß einfach, wie er seine Leser dazu bringt, dran zu bleiben.

 

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