Die Shannara Chroniken – Das Lied der Elfen | Terry Brooks

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Titel: Die Shannara Chroniken –
Das Lied der Elfen
Autor: Terry Brooks
Übersetzer: Sylvia Brecht und überarbeitet von Andreas Helweg
Format: Taschenbuch
Preis: 9,99 €
Seitenzahl: 671 Seiten
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-7341-6127-8
Bewertung: 4-Sterne

Inhalt

Brin und Jair Ohmsford leben wohlbehütet in Schattental, gemeinsam mit ihren Eltern Wil und Eretria, als ein hünenhafter Mann bei ihnen anklopft, während ihre Eltern nicht zu Hause sind. Allanon braucht erneut die Hilfe der Erben von Shannara. Eine dunkle Bedrohung kehrt in die Welt zurück und die Mordgeister sind unterwegs, um nicht nur die Menschheit, sondern alle Völker zu vernichten. Brin Ohmsford hat durch ihren Vater die Gabe des Wünschelieds der Elfen geerbt und nun ist sie die Einzige, die die Welt noch retten kann, doch zu welchem Preis?

Ein Buch das voller Magie und Abenteuer steckt, die großen Spaß machen.

Als ich gesehen habe, dass ein weiterer Teil der Shannara Chroniken veröffentlicht wird wollte ich das Buch unbedingt lesen. Schon die beiden Vorgänger mochte ich sehr gerne und der Klappentext hat mich wieder direkt angesprochen. Also habe ich das Buch beim Bloggerportal von Randomhouse angefragt und direkt eine Zusage bekommen. An dieser Stelle herzlichen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Ich habe mich sehr darüber gefreut!

Der Einstieg in die Geschichte war sehr leicht. Ich habe mich direkt zurück in die Welt hineinversetzen können. Die Stimmung zu Beginn der Geschichte ist geheimnisvoll und vor allem magisch gewesen. Brin kann mit dem Wünschelied alles mögliche verändern, Jair kann dadurch nur Illusionen hervorrufen. Für beide ist ihre Gabe mehr ein Spiel, als die große und gefährliche Magie, vor der ihr Vater die zwei immer warnt. Als Eretria und Wil für einige Zeit durch die Südlande reisen taucht der Druide Allanon auf und erklärt Brin, dass nur sie die Mordgeister aufhalten kann. Gemeinsam mit ihrem Freund Rone Leah macht sie sich auf die gefährliche Reise und lässt ihren jüngeren Bruder Jair zurück.

Wie schon bei den anderen Büchern verläuft die Geschichte ähnlich: Allanon taucht auf, verheißt eine düstere Zukunft, wenn ihm nicht geholfen wird und der oder die Heldin machen sich auf den Weg, um die Welt zu retten. Ich habe nicht erwartet, dass es anders verläuft und doch hatte ich gehofft, dass es dieses Mal ein wenig anders sein würde. Leider war dem nicht so. Ohne groß etwas zu hinterfragen geht Brin gemeinsam mit Rone los, um Allanon zu begleiten. Sie vertraut Allanon blind und will noch gar nicht herausfinden, worauf sie sich eigentlich eingelassen hat. Brin ist noch gar nicht bewusst, was für Kräfte sie wirklich besitzt und Allanon scheint es, wie schon in den beiden Büchern vorher, nicht für nötig zu erachten, ihr die Wahrheit über die Dinge zu verraten, die auf sie zukommen.
Brin bleibt für mich das komplette Buch über eher ein Rätsel. Ich kann zu ihr überhaupt keine richtige Bindung aufbauen, denn sie bleibt für mich eher blass und unnahbar. Man bekommt zwar Einblicke in ihre Gedankenwelt und doch fehlt mir irgendetwas. Sie wirkt auf mich, als würde sie blind das tun, was man ihr sagt, egal welche Konsequenzen es für sie selbst hat. Ich kann vieles von dem, was sie tut nicht nachvollziehen. Anstatt mehr aus Allanon herauszuholen vertraut sie ihm trotz all ihrer Bedenken. Ihre Gedanken kreisen so oft darum, dass sie Angst hat und nicht weiß, wem sie trauen kann und sich einsam fühlt. Nichts davon spricht sie wirklich aus. In meinen Augen ist sie ein eher schwacher Charakter. Sie hätte so viel mehr tun können, sie hätte so viel stärker sein können, wenn sie nur auf ihre eigene Inuiton gehört hätte, anstatt sich diktieren zu lassen, was sie zu tun hat.

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„Vertrauen war etwas, das man sich erwerben musste, das niemand blindlings schenkte, und um es zu erwerben, musste man offen und ehrlich sein.“ (S. 129)

Doch nicht nur Brin hat sich auf eine große Reise begeben, sondern auch Jair, der eigentlich hätte zu Hause bleiben sollen. Doch die Mordgeister haben Schattental besucht und er konnte nur knapp entkommen. Während Brin gemeinsam mit Allanon und Rone ihren Weg bestreitet, muss Jair zunächst alleine zurecht kommen. Der Junge ist mir etwas sympathischer als seine ältere Schwester, auch wenn er ebenso naiv sein kann wie sie. Er hat außer das Talent der Illusion durch das Wünschelied keine besonderen Talente und durch das gesamte Buch hindurch beweist er auch nicht mehr als das. Wenn Kämpfe stattfinden duckt er sich weg, er hat kein Schwert, kein Messer, nichts zur Verteidigung und er verlässt sich wirklich immer auf seine Begleiter, die bereitwillig für ihn in die Bresche springen.
Trotz dass er, ähnlich wie seine Schwester, eher schwach dargestellt wird, hat mir sein Erzählstrang sehr viel besser gefallen. Es war mehr Abenteuer, mehr Gefährten. Es gab zwar weniger Magie aber dafür mehr das Gefühl der Freundschaft. Auf seiner Reise schließen sich einige Jair an und sie wachsen zu einer richtigen Gemeinschaft zusammen, die mir deutlich besser gefallen haben, als diejenigen, die Brin begleiten.

Die Handlung an sich hat mir dafür aber sehr gut gefallen. Auch wenn ich nur schwer Zugang zu den Charakteren gefunden habe, so hat mir das, was geschehen ist, doch gut gefallen. Die Magie ist dieses Mal viel deutlicher dargestellt worden und man kann spüren, wie dunkel sie wirklich ist. Weder bei Wil, noch bei Shea hat man die Verderbtheit der Magie so spüren können. Doch durch die Geschichte von Brin und Jair wird das, vor dem Allanon immer gewartn hat, sehr deutlich dargestelt. Die Magie ist es, das alles dunkel macht. Die Magie kann Finsternis über alle bringen, die davon betroffen sind. Und das hat mir besonders gut gefallen. Es gibt kein Friede Freude Eierkuchen, sondern das, was wirklich passieren kann: Dunkelheit, Gefahr und Finsternis. Ich mag die Vorstellung, dass die Magie eben nicht alles schön und toll machen kann, sondern eben genauso gut die Dunkelheit heraufbeschwören kann und letztlich Unkontrollierbar ist.

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„Und um die Wahrheit zu sagen, befürchtete die Mehrheit, dass das Unternehmen von Anfang an zum Scheitern verurteilt war.“ (S. 216)

Fazit

Der Verlauf der Geschichte hat mir großen Spaß gemacht. Die beiden Erzählstränge sind spannend und interessant. Vor allem bei Jair hat sich das Gefühl des Abenteuers und der Freundschaft eingestellt, die ich bei Brin vermisst habe. Die Magie hat mir in diesem Teil der Reihe mit am besten gefallen, denn sie wurde als das dargestellt, was sie in dieser Welt wirklich ist: eine Gefahr, die man nicht kontrollieren kann. Eine schöne Fortsetzung, die für die Fans der Reihe absolut geeignet ist.

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3 Gedanken zu “Die Shannara Chroniken – Das Lied der Elfen | Terry Brooks

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