TARGA – Der Moment bevor du stirbst | B.C. Schiller

TARGA_rezension

Inhalt

Als Undercover-Ermittlerin einer Sondereinheit des BKA muss Targa Hendricks immer nah an gefährlichen Mördern arbeiten. Die junge Frau ist eine Einzelgängerin mit autistischen Zügen. Sie fühlt keine Angst, hat nur wenig Bindungen zu Menschen und genau das macht sie so gut in ihrem Job. Bei ihrem neuen Fall muss sie sehr nah an einen Mörder herankommen, um ihn überführen zu können. Sie muss sich ihm koomplett ausliefern.
Der Hochschuldozent Falk Sandman ist charismatisch, intelligent und besessen von letzten Worten Sterbender. Er tötet junge Frauen, um ihren letzten Augenblick festhalten zu können. Als er eine junge Frau trifft, ist er augenblicklich fasziniert. Sie scheint genau wie er zu sein und die beiden kommen sich nach und nach näher.
Ein tödliches Spiel beginnt, die Frage ist nur: wer wird gewinnen?

Ein Thriller, der so ganz anders aufgebaut ist. Hier begibt man sich hinein in die tiefen Abgründe des Bösen…

„Aber was kann denn gefährlicher für mich sein als das Leben?“ (S. 34)

Als ich eine Mail vom Penguin Verlag erhalten habe, die mir „TARGA – Der Moment bevor du stirbst“ vorgestellt hat, habe ich sofort gewusst, dass ich diesen Thriller lesen möchte. Ich habe direkt zugegriffen und das Angebot angenommen, das Buch vorab lesen zu dürfen. Schon der Klappentext hat mir eine Gänsehaut beschert und der Thriller klang nach etwas, das ganz anders ist als das, was ich sonst so kenne. Hinzu kommt meine momentane Thriller-Laune die mir eigentlich gar keine andere Wahl gelassen hat. Herzlichen Dank für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

Ich habe recht schnell bemerkt, dass sich dieser Thriller unfassbar schnell lesen lässt. Der Schreibstil des Autorenduos B. C. Schiller ist sehr gut. Man wird augenblicklich gefesselt und steckt tief in der Geschichte. Die beiden Autoren verstehen sich darin, eine Atmosphäre zu schaffen, die mich als Leser gefangen genommen hat. Ich habe ständig eine Gänsehaut bekommen und bin ebenso angespannt durch die Seiten gewandert wie die Protagonistin Targa.

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Targa Hendricks ist eine ganz besondere Protagonistin. Sie hat eine besondere Art die Dinge zu sehen. Sie lässt keine Gefühle zu, sondern blickt völlig rational auf die Dinge. Sie hat Zwangsstörungen und einen Hang zu Tätlichkeiten, was ihr schon Schwierigkeiten gebracht hat. Sie kann ihre autistischen Züge allerdings recht gut unterdrücken und kommt, auf sich allein gestellt, recht gut zurecht. Gemeinsam mit ihrem Hund lebt sie in einem eher schäbigen VW Bus, hat kein Handy und kann nur über ihren Vorgesetzten erreicht werden. Sie möchte auch keinen näheren Kontakt zu anderen Menschen haben, sie braucht die Ruhe um sich herum, um arbeiten zu können. Ich habe gemischte Gefühle, wenn ich an Targa denke. Sie ist auf ihre ganz eigene Weise völlig unberechenbar. Wenn sie nicht mehr dazu fähig ist, ihre Gedanken zu sortieren, bricht der Autismus besonders stark hervor. Der Drang alles sortieren zu müssen setzt sich dann durch, ebenso wie die Gewalt, die sich unkontrolliert entlädt. Hier hat sich mir die Frage gestellt, ob die Polizei wirklich mit einer solchen Person zusammenarbeitet. Sie Alleingänge machen lässt, ohne wirklich Kontrolle ausüben zu können. Ich bezweifle das, habe es aber in dieser Geschichte immer wieder übersehen. Es hat mich nicht weiter gestört, denn Targa ist eine faszinierende Persönlichkeit. Ich kann nicht sagen, dass sie mir wirklich sympathisch war aber ich bin ihren rationalen Gedankengeängen sehr gerne gefolgt. Ich konnte nie so wirklich vorhersehen, was sie als nächstes tun würde und das hat mir einfach sehr gut gefallen. Man musste selbst mitdenken, überlegen und ich habe automatisch mitgefiebert und gehofft, dass alles gut geht.

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Neben der Sicht von Targa, liest man in diesem Buch auch die Gedanken des Mörders Falk Sandman. Es ist kein Geheimnis, dass er im Visier der Polizei steht. Er wird verdächtigt junge Mädchen zu töten. Man weiß nicht wie, man weiß nicht wieso, doch er ist dringend Tatverdächtig. Es fehlen nur die Beweise und diese soll Targa beschaffen, indem sie sich ihm Undercover nähert.
Sandman ist ein sehr charismatischer Dozent an einer Hochschule. Er übt eine Faszination auf seine Studentinnen aus und weiß, wie man ihnen schmeicheln kann. So bringt er viele junge Frauen dazu, sich auf ihn einzulassen und die meisten merken nicht, in was für eine gefährliche Situation sie sich begeben.
Als Targa in sein Leben tritt hat er sofort das Gefühl, dass sie diejenige sein könnte, auf die er immer geewartet hat: seine Seelenverwandte. Er beginnt ihr zu vertrauen und möchte gemeinsam mit ihr das Böse ausleben, das in ihnen schlummert.
Die Art, wie Sandman die jungen Frauen getötet hat und wie er sich an ihrem Tod und ihren letzten Worten aufgegeilt hat war für mich einfach grauenvoll und widerlich. Zu lesen wie es ihn erregt hat, während ein Mädchen stirbt, hat mich wirklich schockiert. Gleichzeitig fand ich es sehr gut gemacht, wie man in die Psyche des Serienmörders eindringen und seine Gedankengänge verfolgen konnte. Es ist spannend gewesen das zu verfolgen und gleichzeitig mitzubekommen, wie Targa sich in seinen Kopf schleicht.
Allerdings ist er doch recht schnell auf sie eingestiegen und das, obwohl er wusste, dass die Polizei ihn im Visier hatte. Er scheint keinen Verdacht zu schöpfen und geht recht schnell auf sie ein. Ich hätte eher erwartet, dass es schwieriger für Targa wird sein Vertrauen zu gewinnen.

Das Ende war für mich etwas hektisch, zu überladen mit Action und teilweise doch zu übertrieben. Ich habe mir zwar ein ähnliches Szenario vorgestellt, aber doch nicht in diesem Ausmaß, wie es dann passiert ist.
Der zusätzliche Erzählstrang, der in der Geschichte vorkommt, war für mich eher etwas unnötig. Er hat zwar zusätzliche Erkenntnisse zu Targas Vergangenheit geliefert, dies hätte aber auch auf andere Weise in die Geschichte eingeflochten werden können, damit die Autoren trotzdem einen zweiten Band veröffentlichen können. Das war mir doch etwas zu gewollt auch wenn ich in jedem Fall ausschau nach dem zweiten Band halten werde.

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Fazit

Der Thrillfaktor in diesem Buch wird eindeutig geliefert. Man wird in die Abgründe eines Serienmörders eingeführt und kann hautnah miterleben, wie ein solcher Mensch vorgeht. Es ist erschreckend, fühlt sich unfassbar nah an und ehrlich gesagt kann ich mir sehr gut vorstellen, dass so etwas in der Art wirklich passieren kann. Die Protagonistin ist sehr speziell aber unfassbar interessant, ich bin sehr gespannt darauf, wie sie sich entwickeln wird und was im zweiten Band noch auf mich wartet. Eine unfassbar fesselnde Geschichte mit einem doch etwas leichten Hang zur Übertreibung. Ich kann es trotzdem jedem Thriller-Fan empfehlen.

 

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3 Gedanken zu “TARGA – Der Moment bevor du stirbst | B.C. Schiller

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