Die wahre Geschichte von Regen und Sturm | Ann M. Martin

regen_rezension

Inhalt

Ruth mag Wörter. Am liebsten hat sie die Homophone, so wie „Ruth“ und „ruth“. Deshalb gibt sie ihrem Hund auch einen Homophonnamen, nämlich Regen (sich regen), denn er wurde im Regen gefunden. Doch dann gibt es einen Hurrikan, der durch die Stadt fegt und plötzlich ist Regen verschwunden.

Ein unfassbar besonderes Buch, das den Deutschen Jugendliteraturpreis wirklich verdient hat.

Ich weiß gar nicht so recht wie ich mit diesem Buch anfangen soll. Als ich bei Arvelle dieses Buch entdeckt und bestellt habe, hatte ich nicht erwartet, dass es mich derart begeistern würde. Die Geschichte ist nicht nur Besonders, die Protagonistin ist vor allem Besonders. Der Erzählstil ist einzigartig und die Thematik einfach herzerwärmend. Kaum angefangen zu lesen, habe ich dieses Buch nur schwer zur Seite legen können.

Ruth ist ein ganz besonderes Mädchen, denn sie ist Autistin. Ihre Art, die Welt zu sehen, ist etwas ganz besonderes. Der Autismus schlägt sich vor allem durch ihre Liebe zu Homonymen und Primzahlen nieder. Ruth kann es außerdem überhaupt nicht leiden, wenn jemand sich nicht an die Regeln hält und es fällt ihr schwer dies dann auch für sich zu behalten. Ihrem Umfeld fällt es sehr schwer mit ihr umzugehen und vor allem ihr eigener Vater hat große Probleme damit. Die beiden leben, gemeinsam mit dem Hund Regen, alleine am Rande der Stadt. Ruths Vater ist ein schwieriger Charakter, der völlig damit überfordert ist, dass seine Tochter kein ganz normales Mädchen ist. Er tut regelrecht so, als gäbe es den Autismus seiner Tochter nicht und möchte sich damit überhaupt nicht auseinandersetzen. Ruth selbst merkt das natürlich, kommt mit der Situation aber sehr gut zurecht. Sie ist einfühlsam und vor allem sehr aufmerksam. Ihr fällt sofort auf, wenn die Stimmung ihres Vaters kippt und sie weiß, was sie dann zu tun hat. Schon diese Situation hat mich in eine eher traurige Stimmung versetzt, auch wenn Ruth als Charakter pure Lebensfreude ausstrahlt.

Ruth liebt das Leben, ihren Hund und vor allem Homonyme. Immer und überall sucht und findet sie diese besonderen Worte und schreibt sie nieder. Dass sie damit die Menschen in ihrem Umfeld oft auf die Palme bringt ist ihr überhaupt nicht klar. Wenn ihr ein Homonym einfällt, dann sagt sie es laut, egal in welcher Situation. Sie ist unglaublich klug, einfühlsam und geht sehr gerne in die Schule.
Wen sie aber besonders liebt ist Regen, der Hund, der ihr und ihrem Vater zugelaufen ist. Die Beziehung zwischen den beiden ist irgendwie besonders. Nicht nur Ruth ist sehr aufmerksam, sondern auch Regen. Sie passen gegenseitig aufeinander auf und sind so die besten Freunde geworden. Als Regen verschwindet, bricht für Ruth eine Welt zusammen.

Ich kenne mich mit Autismus nicht besonders gut aus, nur das, was ich während des Studiums darüber gehört habe, was nicht sonderlich viel ist. Trotzdem wage ich zu behaupten, dass es der Autorin wunderbar gelungen ist einem autistischen Mädchen eine Stimme zu verleihen. Nicht nur, durch die Darstellung des Charakters Ruth, sondern auch durch die besondere Erzählweise der Geschichte.
Denn diese Geschichte erzählt Ruth und sie erzählt sie als eine Art Aufsatz. Als würde sie die gesamten Ereignisse niederschreiben, um sie ihrer Lehrerin abgeben zu können. Manchmal nimmt sie etwas vorweg, weist auf gewisse Kapitel hin und erklärt zum Beispiel sehr gewissenhaft, was Homonyme eigentlich sind. Diese besondere Erzählweise hat mir Ruth noch näher gebracht und ich war von Anfang bis Ende gefangen von ihr.

Die Handlung an sich ist aber genauso schön, wie Ruth als Charakter. Es gibt wunderbare Momente, in denen man am liebsten laut lachen möchte. Es gibt aber auch Momente, die dir beinahe das Herz brechen und ich muss zugeben, dass ich sogar einige wenige Tränchen vergossen habe.

Fazit

Wer eine ganz besondere Geschichte lesen möchte, die nicht nur mit einer ausergewöhnlichen Protagonistin, sondern auch mit einer besonderen Geschichte besticht, dann seid ihr bei diesem Buch genau richtig. Es ist eine unfassbar berührende Geschichte über das Leben und eine ganz besondere Freundschaft.

 

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3 Gedanken zu “Die wahre Geschichte von Regen und Sturm | Ann M. Martin

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