Die vier Jahreszeiten des Sommers | Grégoire Delacourt

dievierjahreszeiten_rezension

Inhalt

Ein Sommer an einem Strand in Frankreich. Kinder planschen im Meer, Sandburgen werden gebaut, Bücher in der Sonne gelesen und es riecht nach Sonnencreme. Der perfekte Ort um die Liebe zu erleben. Genau das tun vier Paare, die an diesem schönen Badeort ihren Urlaub verbringen. Eine erste Liebe wird erlebt. Eine Liebe ist längst vorbei. Eine weitere wird neu entfacht und eine Liebe hält.

Der Autor schickt den Leser auf eine Reise, bei der man alle Facetten der Liebe auf wunderbare Weise durchlebt.

Als ich das Buch aus dem Lovelybooks Paket herausgeholt habe und den Klappentext durchlas, war ich mir nicht sicher, ob ich das Buch behalten würde. Es passte nicht so wirklich in meinen Lesegeschmack. Eine Geschichte über die Liebe? Darauf habe ich nur sehr selten Lust. Trotzdem habe ich das Buch vorerst in mein Regal gestellt und vor Kurzem hat mich dann die Lust gepackt, dieses Büchlein doch zu lesen.

Die vier Jahreszeiten des Sommers“ ist eines der Bücher, die bei mir nicht von Anfang an als sehr gut eingestuft werden. Ich habe etwas Zeit dafür gebraucht, um mich zurecht zu finden in der doch recht unerwarteten Geschichte.
Nicht nur, dass es so gar nicht die erwartete seichte Liebesgeschichte enthält, sondern auch der Schreibstil, des mir unbekannten französischen Autors, hat mich überrascht. Voller Poesie lässt er seine Charaktere sprechen, handeln und nachdenken. Es ist wunderschön zu lesen, wie die Handlung durch seine Worte voranschreitet. Und erst ganz am Ende, wird das gesamte Ausmaß dessen, was man gerade gelesen hat, deutlich. Tragisch, melancholisch, traurig und trotzdem voller unfassbarer Liebe.

„Und die Stille / Hört man am lautesten“ (S. 38)

Ich möchte nicht sehr viel über die Charaktere und die Handlung an sich sagen. Alles, was ich verraten würde, könnte zu viel sein und das Erlebnis dieser Geschichte zerstören. wer aber eine kitischige Liebesgeschichte im Sommer erwartet, wird völlig überrascht werden. Dieses Buch ist tiefgründig und poetisch. Ja, es geht um die Liebe aber nicht nur um die, die gerade erst gefunden wird oder die, die hält. Es geht auch um die, die vorbei ist und um die, die neu gefunden werden muss.
Es sind vier unterschiedliche Geschichten, die sich am selben Badeort abspielen, alle am 14. Juli, dem Nationalfeiertag von Frankreich.

Dieses Buch ist nur wenig fröhlich, die Stimmung ist melancholisch und ruhig. Es gibt wenig Aufregung und eigentlich passiert nicht viel, trotzdem kann man das Buch nur schwer aus der Hand legen, weil man wissen möchte, wie es weiter geht und was aus den Charakteren wird, die man nur sehr langsam kennen lernt. Und doch schließt man nach und nach jeden in sein Herz. Die Bruchstücke, die man erfährt, fügen sich zu einem großen Gesamtbild zusammen und alles gelangt an seinen Platz.
Im Vordergrund von allem steht die Liebe. Die Liebe zwischen den Paaren, von Eltern zu ihren Kindern oder umgekehrt. Die Liebe ist Dreh und Angelpunkt der Geschichte. Sie ist es, was die Charaktere antreibt, weitermachen oder aufgeben lässt. Die Liebe bringt diese Menschen am 14. Juli an diesen Badeort und die Liebe lässt sie glücklich, traurig oder zufrieden werden.
Was man aus diesem Buch ebenfalls herauslesen kann ist die Liebe des Autors zum geschriebenen Wort, denn diese lässt sich nicht verbergen.

„Ich war für Wörter bestimmt, für Sätze, die vermitteln, Flügel, die sich entfalten. Ich war für das Wunderbare des Lebens bestimmt, eines Lebens, das ohne Bedauern endet.“ (S. 58)

Fazit

Ein Buch, das voller Poesie, Liebe und Melancholie nur so strotzt. Auf den wenigen Seiten schafft es der Autor vier unterschiedliche Geschichten zu erzählen, die alle mit dem einen großen Thema zu tun haben, das uns Menschen wohl für immer begleiten wird: die Liebe. Ich kann diese wunderbare Geschichte jedem empfehlen, der ab und zu gern einmal etwas besonderes lesen möchte, denn dieses Buch ist besonders.

 

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