Der 15 Minuten Body Coach | Joe Wicks

Der 15-Minuten-Body-Coach von Joe Wicks
Titel: Der 15 Minuten Body Coach

Autor: Joe Wicks
Format: Klappbroschur
Preis: 14,99 €
Seitenzahl: 256 Seiten
Verlag: Goldmann
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rezension_worum es geht

Der Instagram Star Joe Wicks der überalls nur als „The Body Coach“ bekannt ist, stellt in seinem ersten Buch „Der 15 Minuten Body Coach“ 100 Rezepte für schnelle, nahrhafte und leckere Mahlzeiten vor, die in Kombination mit seinen vorgeschlagenen Workouts, basierend auf dem High Intense Intervall Training, zu einem fitteren und vor allem dünneren Körper verhelfen sollen. Die Fettverbrennung soll durch die bewusstere und gesündere Ernährung angeregt werden und somit steht der schlanken Figur nichts mehr im Wege.

rezension_was ich davon halte

Bevor ich meine Meinung über dieses Buch, die Rezepte und Workouts darin kundtun möchte, will ich schnell erklären, weshalb ich dieses Buch vom Bloggerportal angefragt habe (und es dann auch freundlicherweise zugeschickt bekommen habe).
Ich bin nicht grundsätzlich unzufrieden mit meiner Figur. Ich habe absolut keine Probleme mit meinem Gewicht und fühle mich keineswegs unwohl in meinem eigenen Körper. Ich habe nur ab und an den Wunsch etwas mehr für mich zu tun. Ich treibe zwar einmal in der Woche Sport aber meine Ernährung ist nicht unbedingt die gesündeste. Ich bin recht faul was das Kochen angeht und möchte nicht so viel Zeit in der Küche verbringen. Daher dachte ich, wäre dieses Buch vielleicht eine gute Anregung für mich, Rezepte zu finden, die schnell zu kochen sind und gleichzeitig nicht allzu schlecht für mich selbst. Die Verbindung mit etwas mehr Sport kam mir sehr gelegen, denn die Motivation dazu habe ich. Als das Buch ankam war ich auch noch guter Dinge, habe gelesen, was es zu lesen gab und mich sofort an einen Wochenplan gesetzt. Wie das ganze ausgegangen ist, lest ihr jetzt in meiner Rezension.

Zunächst einmal muss ich dem Design und der Aufmachung des Buches ein großes Lob aussprechen. Die Kapitel sind wunderbar gegliedert, die Bilder an den perfekten Stellen und das Essen ist wirklich anschaulich drapiert. Die Rezepte sind gut gegliedert und leicht zu verstehen, sogar für mich als jemand, der ungern kocht, waren sie ansprechend und irgendwie auch motivierend. Es macht einfach Spaß durch dieses Buch zu blättern, neues zu entdecken und auch mal etwas auszuprobieren, was sonst so gar nicht in der eigenen Küche vorkommt.
Joe Wicks kommt in diesem Buch sehr sympathisch und auch überzeugend rüber. Er erklärt, was Fette, Kohlenhydrate und Proteine mit dem Körper machen und was er für wichtig hält, um einen fitten Körper erhalten zu können ohne sich die Pfunde herunterhungern zu müssen. Da ich am Gymnasium Ernährungslehre im Hauptfach hatte, waren die meisten Details nichts Neues für mich, für komplette Laien war es super erklärt. So kann jedem klar werden, wie diese Möglichkeit des „fit haltens“ funktioniert.
Die Grundlagen werden sozusagen am Anfang geklärt, dann natürlich, wie wichtig die feste Planung ist und dass man natürlich auch den Willen dazu aufbringen muss, das alles einzuhalten. Wer schlapp macht, erreicht sein Ziel nie.In dieser Art jedenfalls.
Bis dahin hat mir das Buch auch wunderbar gefallen. Auch die Rezepte, die anschließend folgen sind, wie oben bereits gesagt, super anschaulich gestaltet.

Dann sind die Workouts gefolgt, die mich sehr enttäuscht haben. Joe Wicks klärt zwar, dass man ein Warm-Up und ein Cool-Down vor jeden Workout machen soll, wie diese aussehen sollen, erklärt er aber nicht. Man solle es je nach Art des Workouts gestalten. Woher soll aber ein vollkommener Laie wissen, welche Körperregionen und Muskeln bei welchen Übungen beansprucht werden und was davon warm sein sollte, bevor man loslegt?
Die gezeigten Übungen sind sehr simpel und auch einfach nachzumachen aber es sind nur so wenige, dass man damit nicht einmal eine Woche abwechslungsreich gestalten kann. Das heißt, man muss gezwungenermaßen auf andere Medien zurückgreifen, um die Workouts, die im Wochenplan vermerkt sind, abwechslungsreich durchzuführen. Immer dieselben Übungen zu machen, nimmt einem nämlich sehr schnell den Spaß.
Daher bin ich bereits am zweiten Tag auf den Youtube Channel von Joe Wicks ausgewichen, was allerdings noch einmal ein ganz anderes Kaliber ist, denn bis man erst einmal ein Video gefunden hat, das für Anfänger gedacht ist, sind gefühlte Stunden vergangen.
Der Sport hätte also auch gerade so gut aus dem Buch gestrichen werden können, denn letztlich musste ich mir selbst behilflich sein.

Dass zum Schluss dann noch Bilder und Erfolgsgeschichten von seinen Klienten gezeigt werden hat mir persönlich nicht so gut gefallen. Was wahrscheinlich als Motivation nach dem Motto „so kannst du nach kurzer Zeit auch aussehen“ gedacht war, hat mich eher unter Druck gesetzt. Mir kamen Gedanken wie „wenn du nach einer Woche nicht so aussiehst, hast du irgendetwas falsch gemacht“ und so weiter..Für mich also wirklich Kontraproduktiv.

Nun aber zum Kochen. Ich habe meinen Wochenplan erstellt und bin am Wochenende dann zum einkaufen gegangen. Ich habe zunächst einmal nur die Zutaten für die ersten drei  Tagen notiert, weil ich natürlich frisch kochen wollte. Die erste Prüfung war es, alle Zutaten zu finden (was mir nicht gelungen ist). Das Meiste war aufzufinden, allerdings musste ich an der Kasse feststellen, dass dieser Einkauf für drei Tage so viel gekostet hat, wie ein normaler Wocheneinkauf von mir. Ich habe also das Doppelte an Geld gebraucht, obwohl ich auf die Preise geachtet habe. Das ist der erste Punkt, der mich sehr gestört hat. Als Studentin kann ich es mir nicht leisten für lediglich drei Tage so viel Geld auszugeben. So sehr ich es auch gerne würde, das geht einfach nicht.

Der erste Tag verlief bereits problematisch. Ich habe ein Workout gemacht und eine Stunde später den Shake getrunken, der empfohlen wurde, um den Körper optimal mit Nährstoffen zu versorgen. Der Shake war recht schnell zubereitet (das mit dem Proteinpulver habe ich aber sein lassen) und hat auch nicht schlecht geschmeckt. Dann sollte die erste Mahlzeit folgen, was bei mir dann das Mittagessen war.
Meine Mama hat sich sehr gefreut von mir bekocht zu werden und so gab es Hähnchenschnitzel mit Avocado-Tomaten-Gurken-Salat. Es hat sehr gut geschmeckt und war tatsächlich unfassbar schnell fertig. Ich hatte sogar ein bisschen Spaß dabei, etwas komplett Neues auszuprobieren.
Nach dem Mittagessen gab es aber schon die ersten Probleme mit meinem Wochenplan. Eigentlich sind drei warme Mahlzeiten angesagt, in einem normalen Tagesablauf so gut wie gar nicht umzusetzen. Abends bin ich auf ein kaltes Gericht umgestiegen, welches auch im Buch zu finden war, weil ich es nicht geschafft habe zu kochen.
Auch am zweiten Tag war es rein zeittechnisch nicht möglich auf drei warme Mahlzeiten zu kommen und so ging es weiter.

Die Workouts waren nicht das Problem, auch die Rezepte nachzukochen war kein Thema aber die Planung ging komplett im Chaos unter.
Ich war zwei Tage an der Hochschule und hatte somit überhaupt keine Möglichkeit richtig zu kochen. Nur am Abend eben einmal und das war ja nicht gerade das, was Joe Wicks da vorschreibt.
Es ist mir wirklich schleierhaft wie Menschen es schaffen drei Mal am Tag warm zu essen. Mein Stundenplan lässt das überhaupt nicht zu, denn ich gehe morgens aus dem Haus und komme erst am Abend zurück. Dass ich dann abends vielleicht koche, in Ordnung, aber ich werde sich nicht das ganze Wochenende über vorkochen, damit ich für fünf Tage jeweils drei Mahlzeiten habe, die ich schlimmstenfalls dann auch noch kalt essen muss. Bei aller Liebe zu Gutem essen aber nein danke. In meinen Augen ist diese gesamte Wochenplanung also nur dann Durchführbar, wenn man entweder keinen Job hat oder von zu Hause aus arbeiten kann und komplett frei ist, was seine Arbeitszeiten angeht. Ich kann schließlich nicht in der Hochschule das Kochen anfangen (gibt da, glaube ich, nicht mal eine richtige Küche). Ich denke ihr versteht was ich sagen möchte.

Ein letzter etwas kleinerer Kritikpunkt ist noch anzumerken, das mit den 15 Minuten ist auch mehr zurechtgebogen, als dass es stimmt. Die Workouts sind wohlgemerkt ohne Warm-Up und Cool-Down 15 Minuten lang. Das heißt, dass man letztendlich doch 30 Minuten für Sport einplanen muss.
Außerdem sind auch die Rezepte so angelegt, dass die gesamte „Schnippel-Arbeit“ schon erledigt ist. Das heißt die 15 Minuten starten erst, nachdem alles kleingeschnitten wurde. Das nenne ich mal etwas geschummelt. Man braucht also auch fürs Kochen mindestens 30 Minuten, weil ungefähr alles kleingehackt werden muss. Nicht, dass man eine halbe Stunde nicht erübrigen kann, aber ein ganzes Buch so zu nennen, obwohl es gar nicht das einhält, was es verspricht, finde ich irgendwie sehr schade.

rezension_fazit

Die Aufmachung und Aufteilung des Buches ist super ansprechend, die Informationen über das Abnehmen, Diäten und fit halten des Körpers sehr gut und für jeden verständlich geklärt. Auch die wenigen Workouts sind ansprechend gestaltet, auch wenn sie wenig Abwechslungsreich sind.
Die Rezepte sind super erklärt und machen Lust daruf sie nachzukochen. Alles ist einfach, schnell zu machen und das, was ich getestet habe, hat auch immer super geschmeckt. Trotzdem ist das eine sehr teure und zeitaufwändige Angelegenheit, die ich neben meiner Studium überhaupt nicht umsetzen kann. Das Training allein verhilft schließlich nicht zu einer fitteren Figur und drei Mal am Tag warm essen kann ich einfach nicht durchführen. Ich versuche trotzdem öfters mal ein Rezept aus dem Buch nachzukochen, doch einen sichtbaren Erfolg werde ich dadurch bestimmt nicht erzielen.

3-Sterne

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5 Gedanken zu “Der 15 Minuten Body Coach | Joe Wicks

  1. A_Unicorn schreibt:

    Das kann ich so gut nachvollziehen, vorallem der Kostenpunkt. ich versuchte mich vor einiger zeit an einer Detox-Kur von 10 Tagen, die nach drei bereits im Sand verlief – auch aus Zeitgründen. ich weiß nicht, wie man das unter normalen Arbeits-/Studienzeiten noch unterbringen soll. Und bei dem Wocheneinkauf für die Kur musste ich an der kasse ebenfalls schucken – am liebsten hätte ich alles zurückgegeben …

    Gefällt 1 Person

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