Der Rithmatist | Brandon Sanderson

Der Rithmatist von Brandon Sanderson

Titel: Der Rithmatist
Autor: Brandon Sanderson
Format: Hardcover
Preis: 14,99 €
Seitenzahl: 432 Seiten
Verlag: Heyne fliegt
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rezension_worum es geht

Joel ist Schüler an der Armenius Akademie, einer Schule für Rithmatisten, als auch Nichtrithmatisten, zu denen Joel sich zählt. Doch sein größter Wunsch ist es, eben das zu werden: ein Rithmatist, der Kreidestriche zum Leben erwecken kann. Als Rithmatik Schüler entführt werden, machen sich Joel, die Rithmatistin Melody und der schrullige Professor Fitch auf die Suche nach dem Täter…

rezension_was ich davon halte

Gemeinsam mit einer Freundin habe ich dieses Buch vor einem Jahr bei einer Shoppingtour gekauft. Nun haben wir es endlich geschafft die Geschichte gemeinsam zu lesen und sind beide positiv überrascht worden.

Der Einstieg in die Geschichte ist eigentlich recht leicht. Durch den Prolog bekommt man sehr schnell einen Eindruck von der aufziehenden Gefahr, welche sich rund um die Armedius Akademie aufbaut. Wir wissen als Leser jedoch noch nicht, was es mit all dem auf sich hat.
Als erstes lernen wir Joel, den Protagonisten, kennen. Der Junge ist kein Rithmatist, seine Mutter ist Putzfrau an der Akademie und sein Vater durch einen Unfall verstorben. Durch die Anstellung seines Vaters und des freundschaftlichen Verhältnisses zum Rektor, kann Joel trotzdem an der Akademie zur Schule gehen und eine sehr gute Ausbildung genießen. Doch er hat alles andere als lernen im Sinn, denn ihn interessiert nur eines: die Rithmatik. Wie sein Vater hegt auch Joel großes Interesse an dieser Art von Magie und für ihn gäbe es nichts größeres, als selbst ein Rithmatist zu werden. Doch er wurde vom Meister nicht erwählt und blieb deshalb ein ganz normaler Mensch.
Trotzdem hindert es den Jungen nicht daran heimlich in Unterrichtsstunden für Rithmatisten zu schleichen, um alles zu lernen und aufzuschnappen, was er nur kann.
Gerade das hat ihn mir sehr nahe gebracht. Er hat eine unglaubliche Leidenschaft für die Rithmatik entwickelt und kennt sich bestens damit aus. Joel ist in diesem Gebiet voller ehrgeiz und hat eine hohe Auffassungsgabe. Als Protagonist habe ich ihn sehr gemocht, auch wenn ich nicht sagen kann, dass ich mich richtig mit ihm identifizieren konnte. Zum Teil hat er mir einfach zu unüberlegt Dinge ausgesprochen, die vielleicht lieber in seinem Kopf geblieben wären. Er war oftmals sehr unsensibel und manchmal hatte ich das Gefühl, dass ihm die Empathie für das andere Geschlecht fehlt. Das hat sich aber recht schnell gelegt, als Melody in sein Leben stolpert.

Melody ist eine junge Rithmatikerin, die bei Professor Fitch ihren Sommerkurs belegen muss, um ihre Prüfungen zu schaffen. Sie interessiert sich, im Gegensatz zu Joel, überhaupt nicht für die Rithmatik, denn sie denkt von sich selbst, dass sie absolut kein Talent zum zeichnen von Kreisen hat und die komplizierten Figuren nicht korrekt darstellen kann. Joel ist mehr oder weniger freiwillig bei Professor Fitch gelandet und hilft ihm bei den Ermittlungen, um die verschwundenen Schüler zu finden.
Melody hat mir deshalb so gut gefallen, weil sie frech, neugierig aber auch sehr ehrlich war. Ich bin sofort Fan von ihr gewesen. Ihre witzigen Sprüche haben ihr übriges getan. Mit Joel muss sie allerdings erst zusammenwachsen, denn beide sind eher Einzelgänger und es nicht gewohnt als Team zu arbeiten. Auch die Entwicklung ihrer Freundschaft hat mir wunderbar gefallen. Es ist nicht auf Liebe gemacht, sondern soll völlig ungezwungen darstellen, wie zwei junge Menschen sich kennen lernen und Freunde werden. Eine sehr gute Wahl des Autors, denn eine Liebesgeschichte wäre hier völlig fehl am Platz gewesen.

Die Rithmatik an sich war für mich am Anfang völlig unverständlich. Überhaupt die Welt oder besser gesagt die Zeit, in der wir uns befinden, fand ich sehr undurchsichtig. Wir sind in einem 21. Jahrhundert, das nichts mit unserem 21. Jahrhundert zu tun hat. Spontan hätte ich das Buch als Steampunk eingeordnet, weiß aber nicht ob das wirklich richtig ist, denn ich kenne mich in diesem Bereich nicht aus. Es war am Anfang etwas schwer für mich, diese Welt im Kopf entstehen zu lassen und die Rithmatik hat mich da zusätzlich verwirrt, aber im Buch gibt es immer wieder Zeichnungen mit Erklärungen, die dem Leser gewisse Angriffs- und Verteidigungsstrategien näher bringt und mir nach und nach die Rithmatik erklärt hat. Diese Idee fand ich wirklich wunderbar und ist eine tolle Bereicherung.
Trotzdem ist die Handlung nur sehr schleppend voran gekommen und es gab viele Stellen, die mehr oder weniger langweilig und uninteressant waren. Der gute Schreibstil hat darüber aber leicht hinweggetäuscht, sodass das Buch sehr schnell gelesen werden kann, auch wenn die Geschichte nicht wirklich vorwärts kommt. Erst ab den letzten 100 Seiten konnte mich die Handlung mitreißen. Das Ende hat mir super gefallen und ich hoffe sehr, dass es nicht mehr allzu lange dauert, bis der zweite Teil erscheint.

rezension_fazit

Das Buch besticht mit liebenswürdigen Charakteren, einer super interessanten Welt, mit schönen Zeichnungen und Erklärungen zu deren Eigenheiten und ein absolut packendes Ende. Es lohnt sich absolut einen Blick in die Welt der Rithmatik zu werfen, ich bin sicher, dass ihr es nicht bereuen werdet.

4-Sterne

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5 Gedanken zu “Der Rithmatist | Brandon Sanderson

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