Im Schatten der Königin | Elizabeth Fremantle

Im Schatten der Koenigin von Elizabeth Fremantle

Titel: Im Schatten der Königin
Autor: Elizabeth Fremantle
Format: Hardcover
Preis: 19,99 €
Seitenzahl: 480 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann
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rezension_worum es geht

Als Edward VI. im Jahr 1554 überraschend stirbt wird seine Cousine Lady Jane Grey Königin. Der junge König überging bei der Erbfolge seine älteren Schwester Mary, die er nicht auf dem Thron sehen möchte. Doch die Regentschaft der jungen Jane dauert nicht einmal zwei Wochen, ehe ihre Cousine sie vom Thron stößt und enthaupten lässt. Doch was geschieht nun mit ihren jüngeren Schwestern Katherine und Mary? Ihr königliches Blut könnte ihnen zum Verhängnis werden, denn ihre bloße Existenz ist der kinderlosen Queen Mary ein Dorn im Auge..

rezension_was ich davon halte

Als ich über einige Booktuber auf dieses Buch aufmerksam gemacht wurde, habe ich direkt gespürt, dass ich diesen Tudor Roman lesen möchte. Kennt ihr das, wenn ihr denkt: Ja! Genau das ist es. Und so ging es mir mit „Im Schatten der Königin„. Also habe ich nicht lange gezögert und das Buch beim Bloggerportal von Randomhouse angefragt und es dann auch zugeschickt bekommen. Vielen Dank dafür, ich habe mich sehr gefreut.
Nachdem ich schnell meine aktuelle Lektüre beendet habe, konnte ich in diese Geschichte eintauchen und kann nur sagen, dass es sich gelohnt hat.

Das Buch beginnt mit einem Prolog aus der Sicht von Levina Teerlinc, eine gute Freundin von Frances Grey, die Mutter von Jane, Katherine und Mary. Es ist ein dunkler Start in die Geschichte und doch finde ich es überaus passend, dass man als Leser mit der Hinrichtung von Jane Grey begrüßt wird. Nicht, weil ich mich an Hinrichtungen erfreue, sondern weil man die Situation der Grey Schwestern so noch viel besser nachvollziehen kann. Als König Edward VI. seine Halbschwester Mary in der Thronfolge überging und somit nicht nur ihrem Wunsch, sondern auch dem Wunsch des Volkes widersprochen hat, hat er das gesamte Leben der Grey Schwestern verändert und vielleicht auch verflucht. Es wird deutlich, wie nahe auch Katherine und Mary dem Tod sind, denn durch Janes Tod rückt ihre jüngere Schwester Kitty in den Vordergrund. Auch sie hat Anspruch auf den Thron, denn in ihr fließt Tudorblut.

Elizabeth Fremantle versteht sich darin, die Blutsbande von Familien geschickt in die Geschichte zu integrieren und macht dem Leser so sehr schnell und einfach deutlich, wie die Verhältnisse der einzelnen Parteien zueinander sind. Es wird schnell klar, wie die Greys in die Thronfolge kommen und welchen Anspruch sie haben. Genauso wird auch der Anspruch von Mary von Schottland und Elizabeth (der späteren Königin) geklärt. Gleichzeitig beschreibt sie die einzelnen Charaktere so wunderbar, dass in meinem Kopf ein Bild entstanden ist. Weniger vom Aussehen der handelnden Personen, als von deren Charakterzügen.
Gerade Königin Mary fand ich sehr eindrücklich und wunderbar gelungen. Sie entspricht genau dem Bild, das ich sowieso schon von „Bloody Mary“ hatte und ihr Umgang mit den Grey Schwestern verstärkt diesen Eindruck nur noch. Vor allem  Mary Grey, die Kleinwüchsige jüngste Schwester, leidet unter der Königin.

Nicht nur die Königin wird wunderbar dargestellt, sondern die Mädchen, jede für sich, auch. Wir lesen die Geschichte aus drei verschiedenen Sichtweisen. Katherine Grey, Mary Grey und Levina Teerlinc. Ihre Leben sind miteinander verknüpft und es gibt selten etwas, das man als Leser nicht erfährt.
Katherine ist sehr aufbrausend, leidenschaftlich und impulsiv. Es fällt ihr schwer ihre Zunge zu hüten und sie heckt immer etwas aus. Gleichzeitig ist sie eine absolute Schönheit, die von vielen Männern umworben wird. Ich mochte sie sehr, auch wenn sie manchmal etwas unvorsichtig ist. Sie möchte sich nichts vorschreiben lassen, was eine Eigenschaft ist, die für ihre Situation zu der Zeit, wirklich nicht geeignet ist.
Mary ist ganz anders. Sie wird von allen übersehen und übergangen, denn sie ist Kleinwüchsig und hat einen Buckel. Doch in ihrem Kopf arbeitet alles wunderbar. Sie hört alles und denkt sich ihren Teil. Mary ist unglaublich klug und weiß sich zurück zu halten, egal wie ungerecht ihr das eigene Leben erscheint. Sie ist nicht für ein Leben am Hof gemacht, sehnt sich sehr nach Ruhe, doch die Königin will sie bei sich haben, denn weit weg, könnte selbst die Kleinwüchsige Mary eine Gefahr bedeuten. Levina ist eine gute Freundin von Frances Grey und hat bei Hof ein Auge auf die Mädchen. Sie versucht für Katherine da zu sein, um sie vor Gefahren zu bewahren und hilft Mary nicht zu verzweifeln, wenn sie Schoßhündchen benutzt wird. Doch vor dem Leben kann Levina die Mädchen nicht beschützen, denn sie selbst hat auch ein Leben. Einen Mann und einen Sohn, ebenso einen Beruf. Und doch fühlt sie sich verantwortlich, was mir gut gefallen hat auch wenn sie letztlich nicht viel dazu beitragen konnte. Alles, was geschehen ist, ging davon aus, was Edward VI. entschieden hat, als er Lady Jane Grey zu seiner Erbin erklärte.

rezension_fazit

Ich habe mich augenblicklich und unwiderruflich in den Schreibstil von Elizabeth Fremantle verliebt. Sie weiß wie man den richtigen Ton für einen historischen Roman anschlägt und hat mich komplett in ihren Bann gezogen. Die Charaktere werden einem wunderbar näher gebracht und man fühlt sich in diese Zeit hineinversetzt. Ich habe es geliebt die Grey Mädchen durch ihr Leben zu begleiten und habe mit ihnen geliebt aber auch gelitten.

4-Sterne

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