Leons Erbe | Michael Theißen

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Titel: Leons Erbe
Autor: Michael Theißen
Format: E-Book
Seitenzahl: 300 Seiten
Verlag: Bastei Entertainment
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rezension_worum es geht

Als ihr Sohn Leon bei einem Autounfall stirbt, bricht für Katja eine Welt zusammen. Erst vor einem halben Jahr ist ihre Schwester spurlos verschwunden und diesen Schicksalsschlag hat weder sie, noch ihre Familie, bereits verarbeitet. Nun müssen sie auch noch den Tod ihres Sohnes betrauern. Doch direkt nach der Trauerfeier von Leon bekommt Katja einen Anruf von einem ominösen Notar, der behauptet, Leon hätte etwas für sie hinterlegt. Als Katja von dem Notar ein Kästchen überreicht bekommt, in dem sich das Armband ihrer verschwundenen Schwester befindet überschlagen sich die Ereignisse und Katja kommt Geheimnissen auf die Spur, die sie lieber nicht erfahren hätte.

rezension_was ich davon halte

Als der Autor Michael Theißen mich gefragt hat, ob ich sein Buch gerne lesen und rezensieren möchte habe ich nicht lange überlegt. Der Psycho-Thriller hat sich super spannend angehört und ich wollte wissen, was es mit Leons Erbe auf sich hat. Obwohl ich eigentlich noch ein anderes Rezensionsexemplar zu lesen habe, habe ich das E-Book voran geschoben, weil ich so neugierig war und habe das Buch beinahe direkt gelesen.

Die Geschichte beginnt unglaublich spannend und rasant. Man taucht sofort mit einem kleinen Schauer auf dem Rücken in die Handlung ein und steht schon inmitten der schicksalhaften Ereignissen rund um Katjas Familie. Das gesamte Buch hinweg geht alles Schlag auf Schlag. Da man vor allem Katja begleitet spürt man als Leser auch, dass sie nach der Entdeckung des Armbands nicht mehr wirklich zur Ruhe kommt. Sie geht einer Spur nach der anderen nach. Findet Neues heraus und wirft ihre gesamten Vermutungen wieder über den Haufen. Genau so ist es mir bis ungefähr zur Hälfte des Buches auch gegangen.
Ich habe mitgedacht, mitüberlegt und gerätselt.  Es hat mir unheimlich viel Spaß gemacht den Spuren hinterher zu jagen und mir, genau wie Katja, meine Gedanken zu machen.

Doch an einem bestimmten Punkt ist meine Stimmung etwas gekippt. Im Buch passiert ein Verbrechen, welches Katja entdeckt und nicht der Polizei meldet. Sie verschwindet lieber vom Tatort. An dieser Stelle habe ich überhaupt nicht mehr nachvollziehen können, wieso sie das tut und weshalb sie nicht längst die Polizei verständigt hat. Ihre Suche nach Hinweisen war schließlich nicht komplett erfolglos und so hätte sie zumindest professionelle Hilfe an ihrer Seite gehabt. Möglich, dass dann alles viel schneller zu einer Auflösung gekommen wäre.
Natürlich kann ich verstehen, dass sie sehr durcheinander und aufgebracht war, schließlich ist ihre Schwester verschwunden, ihr Sohn tot und irgendwie besteht da ein Zusammenhang, den sie noch nicht greifen kann. Trotzdem muss man an einem bestimmten Punkt die Polizei einschalten. Diesen Punkt hat Katja, meiner Meinung nach, verpasst.

Was mich an der Geschichte außerdem noch gestört hat, waren die vielen Handlungsstränge, die im Nichts verlaufen sind. Es gab so viele gute Ansätze, die man hätte noch weiter ausarbeiten und mit in die Geschehnisse einbauen können. Doch das ganze Potential wurde hier nicht genutzt. Es gab Personen, die immer wieder in den Vordergrund gerückt wurden, letztlich aber für die Handlung an sich nichts gebracht haben. Es war einfach etwas viel auf einmal, das mich als Leser nicht in Spannung versetzt, sondern immer mehr verwirrt hat.

Die letztendliche Auflösung des Buches hat mir auch überhaupt nicht gefallen. Es wurden zwar keine Fragen offen gelassen aber ich hätte es mir spannender und viel dramatischer gewünscht. Die Lösung um eines der Geheimnisse habe ich mir schon gedacht und das andere war für meinen Geschmack doch etwas übertrieben. Auch die Reaktionen darauf habe ich nicht ganz nachvollziehen können. Dem super Anfang des Thrillers konnte das Ende nicht gerecht werden.

rezension_fazit

Was super gestartet hat, hat sich nach und nach in einer viel zu rasanten und sich selbst überschlagenden Handlung verzettelt. Mir hat die Struktur dahinter gefehlt und ich habe nur bis ungefähr zur Hälfte ab und an einmal Gänsehaut bekommen. Es war ein sehr unterhaltsames Buch, das sich super schnell lesen lässt, denn der Schreibstil ist wirklich top aber unter einem Psychothriller habe ich mir doch etwas anderes vorgestellt.

3-Sterne

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2 Gedanken zu “Leons Erbe | Michael Theißen

  1. Melanie schreibt:

    Huhu,
    mir ging es genauso! :-)
    Der Anfang hatte mich richtig packen können, von da an, ging es aber leider für mich immer weiter bergab. Das Ende fand ich dann viel zu schnell abgehandelt und zu schnell erklärt. Echt schade.
    viele Grüße :-)

    Gefällt 1 Person

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