Der Thron der roten Königin | Philippa Gregory

Der Thron der roten Königin
Titel: Der Thron der roten Königin
Autor: Philippa Gregory
Format: Taschenbuch
Preis: 9,99 €
Seitenzahl: 477 Seiten
Verlag: rowohlt Verlag
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rezension_worum es geht

Schon als kleines Kind ist sich Margaret Beaufort sicher – Sie wurde von Gott auserwählt. Das Mädchen möchte sich ganz Gott verschreiben und ihr Leben auf den Knien verbringen. Da sie jedoch die einzige Erbin des Hauses Lancaster ist, wird sie als 12jährige mit Edmund Tudor verheiratet. Von ihr wird erwartet einen Erben zu bekommen, um das Haus Lancaster zu stärken. Als sie, selbst noch ein Kind, ihren Sohn Henry bekommt, gilt ihr neues bestreben nicht mehr darin, eine Tochter Gottes zu werden, sondern ihren Sohn auf den Thron zu setzen.
Als mit dem Rosenkrieg ein tödlicher Kampf um die Krone beginnt, sieht Margaret die Chance für sich und ihren Sohn. Und in einem ist sich die junge Frau sicher: Gott ist auf ihrer Seite.

rezension_was ich davon halte

Ich habe aus der Feder von Philippa Gregory bereits „Die Königin der Weißen Rose“ und „Der Königsfluch“ gelesen. Schon seit einiger Zeit habe ich sämtliche Bücher ihrer Cousinenkrieg Reihe auf meinem SuB und werde diese nach und nach lesen. Ich bin fasziniert von den Rosenkriegen und den Menschen, die zu dieser Zeit unter Einsatz ihres Lebens um den Thron gekämpft haben.
Diesen Monat war ich bereit für den zweiten Teil der Reihe und habe mich näher mit Margaret Beaufort beschäftigt.

Die Geschichte beginnt mit einer Vision, die Margaret mit nicht einmal zehn Jahren von Johanna von Orleans hat. Sie ist bereits mit fünf Jahren davon überzeugt, dass sie die Knie einer Heiligen hat und möchte sich ganz Gott verschreiben.
Als Erbin des Hauses Lancaster kann sie sich jedoch nicht aussuchen, wie ihr Leben verlaufen soll und so wird sie mit Edmund Tudor verheiratet, dem sie einen Sohn schenkt. Doch als ihr Mann verstirbt, wird das junge Mädchen erneut verheiratet. Sie muss ihren Sohn Henry bei seinem Onkel Jasper zurücklassen.

Die Geburt ihres Sohnes Henry hat Margaret verändert. Sie strebt zwar noch immer nach Bildung, Wissen und ihren Gebeten zu Gott. Doch gleichzeitig will sie ihren Sohn, den kleinen Henry Tudor, auf dem Thron von England sehen. Sie, als Erbin des Hauses Lancaster, sieht es als Geburtsrecht an, dass ihr Haus und ihr Sohn eines Tages das Land regieren wird.
Doch sie lebt in zerrütteten Zeiten, die von Bürgerkriegen durchzogen sind. Kriege, Schlachten und verschiedenste Könige aus unterschiedlichen Häusern säumen den Weg der jungen Frau, die nicht daran zweifelt, dass Gott auf ihrer Seite steht.

Ich habe mir Margaret als verbittertes junges Mädchen vorgestellt, das all ihrer Träume und Wünsche beraubt wurde und deshalb dafür kämpft, dass ihr Sohn alles bekommt, was sie niemals haben konnte. Auch wenn sie selbst von sich behauptet ohne Eitelkeit zu sein, will sie doch eines Tages Königinmutter sein. Sie möchte Macht, Ansehen und Ruhm. Sie will genau das, was sie Elizabeth Woodville und den Rivers, die als Königin an der Seite von König Edward gekrönt wird, nicht zusteht.
Immer wieder intrigiert sie gegen den König und die Königin. Sie spielt ihre Karten immer wieder aus. Versammelt Verbündete, schart Spione um sich. Immer mit dem Gedanken, dass Gott ihr all dies eingegeben hat. Doch die Überzeugung allein und all ihre Anstrengungen verlaufen mehr im Sand, als dass etwas voran geht. Immer und immer wieder werden ihre Pläne vereitelt, verhindert und sie rückt mehr und mehr in Vergessenheit.
Erst etliche Jahre später, mit ihrem dritten Ehemann Sir Thomas Stanley, scheint sich eine Chance für sie aufzutun, die Margaret nicht verstreichen lassen kann.

Diese Frau ist bewundernswert und gleichzeitig furchtbar unsympathisch. Ihre Entschlossenheit sich von einer Welt nicht unterkriegen zu lassen, die von Männern dominiert wird, zeugt davon, wie stark sie gewesen ist. Sie hat darauf beharrt Bildung zu erhalten, zu beten und Gott zu dienen. Gleichzeitig wollte sie mitbestimmen, was ihr Leben angeht und vor allem das Leben ihres Sohnes, auch wenn sie die meiste Zeit getrennt voneinander gelebt haben.
Trotzdem habe ich ihr nicht alles abkaufen können. Sie hat über Leben und Tod entschieden, sie ist möglicherweise über Leichen gegangen. Nichts konnte sie aufhalten und alles war nach Gottes Willen geschehen. Sie kann sich also ihre Hände in Unschuld waschen, weil sie selbst nie aktiv am Geschehen teilgenommen hat?
Auf der einen Seite hat sie immer erbittert für das gekämpft, was sie für richtig gehalten hat. Auf der anderen Seite hat sie dabei aber vergessen, dass Gott viele ihrer eingeschlagenen Wege nicht gerade als Rechtschaffen bezeichnen würde.

Wie auch schon bei den vorangegangen Büchern von Philippa Gregory wusste ich, wie die Geschichte ausgeht, da ich die geschichtlichen Begebenheiten zu Zeiten der Tudors mittlerweile ganz gut kenne. Trotzdem hat die Autorin mit ihrem Schreibstil und der Art, wie sie erzählt, Spannung aufgebaut. Auch wenn mir Margaret Beaufort nicht sympathisch war konnte ich sie und ihre Überzeugungen doch verstehen. Das Buch hat mich wunderbar unterhalten, mich zum Teil wunderbar gefesselt und mir die rote Rose von Lancaster näher gebracht.

rezension_fazit

Der Thron der roten Königin hat eine neue Seite der Rosenkriege aufgezeigt. Man erlebt die Ereignisse aus „Die Königin der Weißen Rose“ von der entgegengesetzten Seite und lernt Margaret Beaufort, die Mutter von Henry Tudor, näher kennen. Ihr Leben, bestimmt von Männern und der Liebe zu Gott und ihr Bestreben nach dem Thron für ihren Sohn. Philippa Gregory hat überzeugend für die rote Rose von Lancaster geschrieben und das Buch hat daher von mir 4 / 5 Sterne bekommen.

4-Sterne

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