Kinder des Nebels | Brandon Sanderson

Kinder des Nebels von Brandon Sanderson

Titel: Kinder des Nebels (Band 1 der Mistborn Reihe)
Autor: Brandon Sanderson
Format: Taschenbuch
Preis: 15,00 €
Seitenzahl: 894 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Bei Amazon:
Taschenbuch: 15,00 €
Kindle Edition: 11,99 €

rezis

Seit vielen tausend Jahren ist die Erde mit Nebel und Asche bedeckt. Und mindestens genausolang regiert der Oberste Herrscher über das Letzte Reich. Die versklavten Skaa werden schlecht behandelt, geschlagen, schlecht oder gar nicht bezahlt und völlig unterdrückt. Doch in den Nebeln, die Nacht für Nacht die Erde bedecken, verstecken sich magische Kräfte, die in einigen Auserwählten erwachen. In Kelsier, einem dieser Nebelgeborenen, reift, gestärkt durch seine Kräfte, ein Plan, den bisher niemand auch nur zu denken gewagt hat: den Obersten Herrscher zu stürzen.
Doch dieses Unternehmen kann er nicht alleine vollbringen und so stellt der Nebelgeborene eine Mannschaft aus den unterschiedlichsten Menschen zusammen, um gemeinsam gegen das radikale Regime anzukämpfen.

rezis

Durch einen Gemeinsam Lesen Post von mir, ist die liebe Elli vom Wortmagieblog darauf aufmerksam geworden, dass ich „Kinder des Nebels“ von Brandon Sanderson gekauft habe. Daraufhin hat sie mich gefragt, ob wir das Buch gemeinsam lesen möchten und so ist diesen Monat ein Gemeinsam Lesen mit Elli entstanden.
Es war gar nicht so einfach sich regelmäßig zu schreiben, vor allem, wenn man unterschiedliche Tagesabläufe hat und wahrscheinlich auch unterschiedlich schnell liest. Trotzdem hat es mir großen Spaß gemacht mich mit ihr auszutauschen, denn ähnliche Gedankengänge oder ganz andere Ansätze zu lesen, regen einen doch selbst immer noch zum nachdenken an. Gerne wieder!

Anfangs war ich sehr begeistert von dem Buch. Die Geschichte ist ohne große Umschweife ins Rollen gekommen, man lernt als Leser Kelsier sehr schnell kennen und auch mögen. Er ist mutig, verwegen, frech und gleichzeitig strahlt er Autorität aus. Die Menschen sehen zu ihm auf, glauben ihm und bringen ihm Vertrauen entgegen. Er selbst vertraut seinen Freunden ebenso, obwohl sehr schnell deutlich wird, dass er viele Geheimnisse hat, die er nur langsam lüftet.
Doch Kapitel um Kapitel habe ich mir mehr und mehr Gedanken über ihn gemacht. Kelsier neigt dazu sich selbst in den Mittelpunkt zu rücken. Er möchte sich Profilieren, will bewundert und bestaunt werden. Er achtet vor allem auf sich selbst und geht dabei unnötige Risiken ein, die nicht nur sein Leben, sondern auch das Leben von anderen in Gefahr bringen. Seine persönlichen Interessen an der Bekämpfung des Obersten Herrschers überschatten zum Teil den eigentlichen Plan und das hat mich zunehmend gestört.

Die Protagonistin Vin ist 16 Jahre alt und kommt mehr oder weniger zufällig in Kelsiers Mannschaft. Das junge Mädchen ist ihr ganzes Leben unterdrückt, gedemütigt und schlecht behandelt worden. Ihr Bruder hat ihr eingetrichtert, niemals irgendjemandem zu vertrauen und immer wachsam zu sein. Aus diesem Grund fällt es ihr besonders schwer zu irgendjemandem Vertrauen zu fassen. Doch je weiter das Buch voran gegangen ist, desto mehr ist mir ihr Verhalten auf die Nerven gegangen. Sie hat es einfach nicht geschafft über ihren eigenen Schatten zu springen und sich auf die Mannschaft einzulassen. Einerseits hat mir das für sie selbst Leid getan, weil sie so viel schlechte Erfahrungen machen musste, doch gleichzeitig war ich irgendwann nur noch genervt. Vieles wäre leichter gewesen, wäre sie ein klein wenig entspannter.

Der Verlauf der Geschichte an sich ist eher langsam und abwartend. Man stellt sich während des Lesens unheimlich viele Fragen. Nur wenige werden im Laufe des Buches beantwortet, die meisten bleiben offen. Die Handlung kommt nur schleppend voran und sehr selten werden Action und Spannungselemente eingebaut. Gleichzeitig tauchen viele unglaublich interessante Nebencharaktere auf, die einfach blass hinter Kelsier und Vin versteckt bleiben. Ich hätte so gerne mehr über sie erfahren und nicht nur so kleine Häppchen, die Sanderson innerhalb der Kapitel versteckt. Im Allgemeinen dreht sich die Geschichte hauptsächlich nur um das, was Kelsier und Vin tun und wie sich die beiden miteinander beschäftigen. Nur selten bekommt man einen Blick auf etwas anderes und das Große Ganze bleibt dem Leser völlig unklar.
Trotzdem ist der Schreibstil sehr schön, leicht zu lesen und lässt die knapp 900 Seiten sehr schnell vorüber gehen. Außerdem ist die Idee, die hinter dieser gesamten Reihe unheimlich genial. Die Magie, die Fähigkeiten, die Kreaturen die auftauchen. Alles ist so unwahrscheinlich spannend und aufregend. Es hat großen Spaß gemacht das Ganze zu entdecken, auch wenn noch immer viele Fragen offen sind.

Vor allem das Ende hat mich aber dann noch von sich überzeugen können. Ich habe die letzten hundert Seiten an einem Stück gelesen, weil ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte und bin doch in einigen Momenten etwas emotional geworden. Die Spannung, hat sich der Autor beinahe bis zum Schluss aufgehoben, was mir letztlich doch sehr gut gefallen hat.

fazit

Kinder des Nebels ist ein gutes und unterhaltsames Buch, das mehr Fragen als Antworten bereit hält. Die Handlung ist in diesem Reihenauftakt eher schleppend vorangegangen und hat den Leser eher auf das vorbereitet, was nun wohl in den Folgebänden auf ihn warten wird. Ich bin trotz der Kritikpunkte an den Charakteren sehr begeistert von Sandersons Ideenreichtum und freue mich sehr auf die nächsten Teile, die ich definitiv lesen werde. 3,5 / 5 Sterne.

3,5 Sterne

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3 Gedanken zu “Kinder des Nebels | Brandon Sanderson

  1. RueSar schreibt:

    Danke für die schöne Rezension.
    Ich habe bereits die komplette Serie zu Hause und werde sie vermutlich demnächst (wobei das bei mir noch ein längeres „demnächst“ sein kann) lesen. Derzeit lese ich „Elantris“ von Branderson und bin sehr begeistert davon, da es einfach wunderbar geschrieben ist.

    LG

    Gefällt 1 Person

      • RueSar schreibt:

        Ich habe von Brandon Sanderson bis jetzt „Der Rithmatist“, „Sturmklänge“ und eben „Elantris“ gelesen. „Sturmklänge“ hat mich dabei am meisten begeistert und ist direkt zu einem meiner Lieblingsbücher aufgestiegen, daher möchte ich unbedingt noch mehr von Sanderson lesen.
        LG

        Gefällt 1 Person

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