Es wird keine Helden geben | Anna Seidl

Es wird keine Helden gebenTitel: Es wird keine Helden geben
Autor: Anna Seidl
Format: Kindle Edition
Preis: 9,99 €
Seitenzahl: 256
Verlag: Oetinger
Bei Amazon:
Kindle Edition: 9,99 €
Gebundene Ausgabe: 14,95 €

rezis

Kurz nach dem Klingeln zur Pause hört Miriam einen Schuss. Zuerst weiß keiner, was eigentlich geschieht, doch dann bricht Chaos aus. Schüler und Lehrer laufen wild durcheinander. Überall herrscht nackte Angst, denn Matias, ein Junge aus Miriams Parallelklasse, schießt um sich. Auch Tobi, Miriams Freund, wird tödlich getroffen. Sie selbst überlebt. Doch erst danach wird ihr bewusst was das bedeutet. Und ob es überhaupt ein Glück war, dass sie überlebt hat. Kann ihr Leben noch schön und gut verlaufen? Hat es überhaupt noch einen Sinn weiterzumachen, nach all dem? So viele Fragen schwirren in Miriams Kopf herum, während sie irgendwie versucht einen neuen Sinn für ihr Leben zu finden und die traumatischen Ereignisse des Amoklaufs zu verarbeiten. rezisAllein der Klappentext hat mir eine Gänsehaut beschert und ich wusste, dass ich an diesem Buch nicht vorbei kommen werde. Es ist nicht ganz einfach eine Rezension dazu zu schreiben, denn die Thematik ist sehr harte Kost. Ich habe immer mal wieder eine Pause beim lesen einlegen müssen, um über das nachzudenken, was dort geschrieben stand. Es sind so viele wichtige Gedanken in diesem Buch zusammengefasst, mit denen man sich nicht nur dann beschäftigen sollte, wenn man ein solches Erlebnis verarbeiten muss. Trotzdem versuche ich jetzt meine Gedanken zu diesem Buch aufzuschreiben. Der Aufbau des Buches gefällt mir sehr gut. Man steigt sofort ein am Tag des Amoklauf und erlebt aus der Sicht von Miriam wie dieser abläuft. Man kann die Angst und Verzweiflung aber auch den Schockzustand des Mädchens durch die Zeiten spüren und ich hatte wirklich eine Gänsehaut. Dieses Gefühl der Hilflosigkeit und der puren Angst, dass man im nächsten Moment erschossen werden könnte, ist wirklich greifbar gewesen. Schon allein da war mir klar, dass ich dieses Buch nicht zu oft aus der Hand legen würde. Es geht damit weiter, dass Miriam die ersten Tage und Wochen mit den Auswirkungen des Amoklaufes zu kämpfen hat. Sie fühlt sich leer, allein, unverstanden und vor allem hat sie das Gefühl, dass auch sie hätte sterben sollen. Dass es vielleicht besser gewesen wäre, wenn sie ebenfalls tot wäre, denn dann müsste sie all das nicht fühlen. All diese Gefühle, Gedankengänge und die Verzweiflung die Miriam durchlebt sind unfassbar gut beschrieben. Die Worte, die Anna Seidl dafür gefunden hat, sind einfach unglaublich berührend und herzergreifend. Je weiter man in das Buch vordrang, desto eher bekam man auch als Leser ein Gespür dafür, wie es in Miriam aussah, was sie alles nicht aussprechen wollte und aus welchen Gründen sie nicht darüber sprach oder letztendlich doch den Mund aufmachte. Durch Rückblenden, die Erinnerungen von Miriam an ihr Leben vor dem Amoklauf beinhalten, bekommt man auch einen Einblick in das „frühere“ Leben des Mädchens. Sie war hübsch, unglaublich beliebt, hatte einen tollen Freund und wunderbare Freundinnen. Ihr Leben war sozusagen perfekt. Je mehr sie aber darüber nachdenkt, desto eher wird ihr bewusst wie oberflächlich sie selbst und auch ihr Leben war. Wie sehr sie sich um Kleinigkeiten geschert hat, anstatt ihr Leben wirklich zu leben. Genau diese Rückblenden und den anschließenden Gedankengängen von Miriam haben mir besonders gut gefallen, auch wenn ich einige Male Tränen vergossen habe. Anna Seidl hat mit diesem Jugendbuch etwas unglaubliches geschaffen. Die Gedankengänge eines Mädchens, das etwas so traumatisches wie einen Amoklauf überlebt hat, mit solch treffenden und wunderbaren Worten zu beschreiben und zu erzählen hat mich wirklich ergriffen und unglaublich beeindruckt. Es ist ein sehr trauriges Buch, doch die Gedanken der 15jährigen Miriam haben auch mir zu denken gegeben. Gute Ratschläge, um mit dem eigenen Leben zurecht zu kommen, kann man aus diesem Buch eindeutig annehmen. Etwas ganz wichtiges ist mir daraus mal wieder klar geworden: man sollte genau das tun, was man möchte und worauf man Lust hat. Egal was andere Menschen dazu sagen, denn später irgendwann wird man es bereuen, weil man es nicht getan hat oder aber, man wird vielleicht nie die Gelegenheit dazu haben, es tatsächlich zu tun. fazitEin unfassbar ergreifendes Buch, mit tollen Worten und Gedanken darin. Sehr treffend wird hier beschrieben, wie ein 15jähriges Mädchen mit den traumatischen Erlebnissen eines Amoklaufs zurecht kommen muss und wie sie versucht wieder ins Leben zurück zu finden. 5 / 5 Sterne.

5-Sterne

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3 Gedanken zu “Es wird keine Helden geben | Anna Seidl

  1. Anne schreibt:

    Wow, nach deiner Rezension bin ich echt froh, dass das Buch schon in meinem Regal steht. Sonst hätte ich es mir jetzt glaube ich gleich gekauft. Jedenfalls eine wirklich tolle Rezension! Ich glaube, ich werde gleich morgen mit diesem Buch beginnen;)

    LG
    Anne

    Gefällt 1 Person

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