[Film Review] Gone Girl – Das perfekte Opfer

Gone-Girl-Filmplakat

Gone Girl – Das perfekte Opfer

Regie: David Fincher
Drehbuch: Gillian Flynn
Erscheinungsjahr: 2014
Länge: 149 Minuten

Altersfreigabe: FSK 16

rezis

„Was denkst du gerade Amy?“ Diese Frage habe ich ihr oft während unserer Ehe gestellt. Ich glaube, das fragt man sich immer wieder: Was denkst du? Wer bist du? Wie gut kennt man eigentlich den Menschen, den man liebt?

Diese Fragen stellt sich Nick Dunne am Morgen seines fünften Hochzeitstages, dem Morgen, an dem seine Frau Amy spurlos verschwindet.

Sofort gerät Nick in die Reihe der Verdächtigen, denn Amys Freunde behaupten, sie hätte Angst vor ihm gehabt. Er schwört jedoch, dass das nicht wahr sein kann.

Er bekommt seltsame Anrufe und in der Öffentlichkeit dreht sich alles nur um diese eine Frage: Was ist mit Nicks wunderbarer Frau Amy geschehen?

rezis

„Woran denkst du, Amy? Wer bist du? Was haben wir einander angetan? Was werden wir noch tun?“
Schon die ersten Sätze des Filmes haben mir eine Gänsehaut beschert. Es ist eine düstere, unheilvolle Atmosphäre in die man als Kinobesucher hineingeworfen wird.
Nick Dunnes Gedanken über seine Frau und seine Ehe lassen einen als Zuschauer sofort wissen: dieser Mann ist nicht glücklich. Nicht so glücklich, wie er sein sollte.
Wie im Buch auch, bekommt der Film kleine Unterschriften, damit der Zuschauer weiß, zu welcher Zeit wir uns befinden. Für mich, die ich das Buch gelesen habe, war das genauso hilfreich wie für meine Freundin, die das Buch nicht gelesen hat.
Auch die Erinnerungen von Amy, welche im Buch als Tagebucheinträge zu lesen sind, hat Regisseur David Fincher wundervoll im Film untergebracht. Man sieht sie ihre Gedanken aufschreiben, während ihre Stimme aus dem Off kurze Sätze spricht, ehe die gesamte Szene in die Vergangenheit gerissen wird.

Die Stimmung des Filmes ist schon in den ersten Minuten klar zu erkennen. Es soll düster und geheimnisvoll wirken. Und der Stille im Kinosaal nach zu urteilen hat es wunderbar geklappt.
Ich bin sofort ins Geschehen eingetaucht und habe mit Spannung verfolgt, was ich als Buch bereits gelesen habe. Besonders begeistert bin ich davon, dass David Fincher sich unglaublich nah an der Buchvorlage entlang gearbeitet hat und die wenigen Details die ausgelassen oder verändert wurden haben mich überhaupt nicht gestört. Vor allem solche Filme gefallen mir am besten, denn dadurch ist die Enttäuschung meist sehr gering oder gar nicht vorhanden. Natürlich liegt dies wahrscheinlich auch daran, dass Gillian Flynn das Drehbuch selbst geschrieben hat und somit die perfekte Vorlage geschaffen hat.

Die Schauspieler Ben Affleck (Nick Dunne) und Rosamund Pike (Amy Elliott Dunne) haben die beiden Protagonisten wunderbar verkörpert. Beide waren für mich von Anfang an Nick und Amy.

gone-girl-nick-amy

Affleck stellt Nick genau so dar, wie ich ihn mir beim Lesen immer vorgestellt habe. Er wirkt ruhig, beinahe schon gelassen, als seine Frau verschwindet. Gleichzeitig lacht er zu unpassenden Momenten und fühlt sich in der Öffentlichkeit sichtlich unwohl. Die Art wie Affleck diesen Ehemann in Schusslinie spielt ist absolut überzeugend.

gone-girl-Nick

Auch Rosamund Pike stellt die unschuldige Amy wundervoll dar. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so hundert Prozent davon überzeugt werden würde, dass ausgerechnet sie wirklich Amy sein könnte. Doch genau sie ist es.
Von außen wunderschön, doch wie sieht es in ihrem Inneren aus?
Pike bringt diese Frau, die so voller Geheimnisse steckt wirklich genial rüber. Ich bin wirklich begeistert von ihr und der Leistung die sie in diesem Film erbracht hat.

gone-girl-amy

Auch Margo ist mit Carrie Coon wundervoll besetzt. Sie bringt die freche Zwillingsschwester von Nick einfach wundervoll  rüber und ich habe wegen ihr auch an einigen Stellen lachen müssen. Durch sie wirkt die Lockerheit von Margo keine Sekunde aufgesetzt und mit Ben Affleck zusammen harmoniert Coon ebenso. Die enge Beziehung der Zwillinge wird sehr schön dargestellt. Vor allem die Szene, in der sich die beiden wünschen ihre Mom wäre bei ihnen, hat mir gezeigt wie nah sie sich sind.
Auch die Wendungen, die ich vom Buch her schon kannte, haben mich absolut mitgerissen. Fincher hat diese spannenden Situationen einfach klasse umgesetzt und mich als Zuschauer komplett davon überzeugt, dass es kein Fehler war dieses Buch zu verfilmen.
Einzig die Besetzung von Desi Collings hat für mich ein kleines Problem dargestellt. Ich weiß, dass Neil Patrick Harris ein sehr guter Schauspieler ist und er hat seine Rolle wunderbar gespielt. Jedoch habe ich in ihm immer nur Barney von How I met your mother gesehen. Damit hat mir die Ernsthaftigkeit hinter dem Charaktere Desi Collings gefehlt, denn Barney stellt für mich niemanden dar, der ernst und geheimnisvoll ist.

gone-girl-desi

Trotz dieser kleinen Schwachstelle, die mir persönlich einfach falsch vorgekommen ist, bin ich begeistert von dem Film und ihrer Umsetzung.
Ein toller Film, den ich mir mit Sicherheit noch öfter ansehen werde.

fazit

Mit einer düsteren und geheimnisvollen Stimmung schafft David Fincher ein unglaublich spannendes Kinoerlebnis, das ich jedem empfehlen kann. Egal ob man das Buch gelesen oder nicht gelesen hat.

Falls ihr den Trailer noch nicht gesehen habt, dann schaut hier vorbei.

Advertisements

2 Gedanken zu “[Film Review] Gone Girl – Das perfekte Opfer

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s